Auf die Hechingen Feuerwehr mit ihren Abteilungen und die Umlandwehr  aus Rangendingen ist Verlass. Dies wurde bei der Gesamtstadtübung eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Plötzlich war Schluss mit der samstäglichen Ruhe in Boll. Sirenengeheul und Martinshörner kündigten die Einsatzkräfte am Aussiedlerhof Wiesenhof im Bollemer Friedrichstal an. Wegen eines Kurzschlusses an einem Motor war es laut Übungsdrehbuch im vorderen Bereich der Stallungen zu einem Brand gekommen. Dieser entwickelte sich wegen des eingelagerten Strohs und Heus rasend schnell zu einem offenen Feuer.

Durch den Rauch aufgeschreckt, versuchten mehrere Menschen das Feuer mit Feuerlöschern zu bekämpfen. Dass dieser Kampf mit ungleichen Waffen nicht gelingen konnte, war schnell klar. Umso bedrohlicher war die Lage, als die Personen, die versucht hatten den Brand zu löschen, sich aus eigener Kraft nicht mehr aus dem Stall in Sicherheit bringen konnten.

Beim Erstangriff durch die Feuerwehrabteilung Boll drang dichter Rauch aus den vorderen Stallungen, und das Feuer drohte laut Übungsidee auf den kompletten Stall samt Wohnhaus überzugreifen. Die Abteilung Boll begann sofort mit ihrem TSF-W mit der Brandbekämpfung und der Menschenrettung, unterstützt von der Abteilung Weilheim.

Dass alle Hechinger Feuerwehrabteilungen mit wasserführenden Fahrzeugen ausgerüstet sind, war bei dieser Übung von enormem Vorteil. Dennoch war der Aufbau einer Wasserförderstrecke bei der Jahreshauptübung eine große Herausforderung. Die Abteilungen Stein, Sickingen, Bechtoldsweiler und  Schlatt mussten über eine Distanz von 1,5 Kilometern eine Wasserzufuhr zum Brandobjekt aufbauen. Unterstützt wurden die Hechinger Feuerwehrkameraden dabei von der benachbarten Wehr aus Rangendingen mit ihrem GW-T mit Schlauchmodul. Der Erfolg der gemeinsamen Übungen zeigte sich prompt: Innerhalb kürzester Zeit hieß es „Wasser Marsch“ aus der Entnahmestelle in Boll.

Die  Aufgabe der Hechinger Stadtabteilung bestand darin, den Brand unter Kontrolle zu bringen und die eingeschlossenen Menschen zu retten, teils unter Einsatz der Hechinger Drehleiter. Insgesamt neun Verletzte, dargestellt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, wurden dem DRK Hechingen zur weiteren Versorgung übergeben.

 Zahlreiche Zuschauer waren zugegen beim Wiesenhof, unter ihnen Bürgermeister Philipp Hahn, die Erste Beigeordnete Dorothee Müllges, Vertreter des THW Hechingen,  des DRK und der Polizei sowie Mitglieder des Gemeinderates und der Ortschaftsräte. Die Vielzahl der Mitglieder der Hechinger Stadtverwaltung zeigte deren Wertschätzung für die Hechinger Feuerwehren.

Bei der Übungsbesprechung im Hechinger Feuerwehrhaus gab es für den stellvertretenden Gesamtstadtkommandant Frank Brecht keinen Grund zur Kritik: Die Übung verlief reibungslos. Ein Rädchen griff in das andere – und genau so muss es sein.

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Kilometer Schlauchleitungen mussten die Feuerwehrleute bei der Gesamtwehrübung mit Rangendinger Mithilfe legen. Es ist ein langer Weg von Boll ins hintere Friedrichstal!