Rangendingen Eine einzige Probe genügte

Rangendingen / Martin Zimmermann 25.06.2018
Amerikanische und Rangendinger Musiker konzertierten gemeinsam in der Ortsmitte – mit einer deutschen Erstaufführung.

Eine einzige gemeinsame Probe hatte das amerikanische Orchester Tara Winds aus der Coca-Cola-Stadt Atlanta mit den Rangendinger Musikern – die aber ging bis spät in die Nacht.

Beim Platzkonzert in der Ortsmitte bildeten die Amerikaner und der Rangendinger Musikverein ein gemeinsames Orchester. Arno Herrmann und die amerikanische Dirigentin Andrea Strauss wechselten sich bei der Leitung ab. Wenn die kleine Amerikanerin an der Reihe war, schleppten Helfer ein Dirigentenpult herbei, während sich Arno Herrmann ins Orchester einreihte und Posaune spielte.

Musikalisch klangen die beiden Orchester wie eine Einheit – angesichts von nur einer Probe eine beachtliche Leistung. Das Programm war durchaus ansprechend – besonders ob der exzellenten Solisten. Den beiden Dirigenten gelang es, Variationen in Lautstärke und Rhythmus herauszuarbeiten und mit den einzelnen Registern Akzente zu setzen. Bekannte Melodien der amerikanischen Band Toto – etwa der Hit „Africa“ – wechselten sich ab mit der Polka „Prager Gassen“ und einer deutschen Uraufführung des italo-amerikanischen Komponisten Luigi Sardinelli. Als Zugabe gab’s den Radetzkymarsch.

Beeindruckt zeigten sich die amerikanischen Musiker davon, dass in Deutschland selbst kleine Gemeinden wie Rangendingen einen eigenen Musikverein mit guten Musikern haben, während in der Großstadt Atlanta manche Orchestermitglieder zwei Stunden zur Probe mit dem Auto fahren müssen.

Viele Mitglieder des amerikanischen Orchesters sind Lehrer, die Benefizkonzerte spielen, um sozial schwache Jugendliche mit Stipendien zu unterstützen. Die Amerikaner reisen auf ihrer Tour zum 30-jährigen Bestehen des Orchesters von Rangendingen aus nach München und Mannheim, wo sie gemeinsam mit dortigen Orchestermusikern auftreten.

Nach Rangendingen wollten die Amerikaner wohl auch, um die Burg Hohenzollern zu besichtigen. Außer der Zollernburg stand auch die Burg Eltz auf dem Programm. Vor einigen Jahren waren zwei Mitglieder des ­Orchesters mit einem Jugendorchester in Rangendingen. Es gefiel ihnen so gut, dass sie wiederkamen.

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