Weilheim Eindeutige Botschaften

Der Gospelchor "Glory Fires" aus Stetten am kalten Markt mit Chorleiter Anton Roggenstein am Piano. Foto: Bernd Ullrich
Der Gospelchor "Glory Fires" aus Stetten am kalten Markt mit Chorleiter Anton Roggenstein am Piano. Foto: Bernd Ullrich
BERND ULLRICH 27.01.2012
Zum zweiten Mal bereits gastierten die "Glory Fires" aus Stetten am kalten Markt in Weilheim. Und wie bei der Premiere zeigten sich die Zuhörer begeistert, klatschten, wippten und sangen streckenweise mit.

Der Gospelchor "Glory Fires" besteht seit sieben Jahren. Hervor gegangen ist er aus einem Workshop, den Chorleiter Anton Roggenstein veranstaltete. Die Teilnehmer waren derart motiviert, dass intensiv an die Gründung eines Chores gedacht wurde. Den Gedankengängen folgte im Januar 2005 die Tat. Mittlerweile umfasst das Repertoire des gut 40-köpfigen Ensembles 160 Lieder des christlichen afro-amerikanischen Musikstiles. Ein gutes Dutzend davon boten die etwa 20 Sängerinnen und Sänger im Weilheimer Konzert.

"Lassen Sie sich vom Temperament des Chores und der Akteure anstecken", begrüßte Bettina Kanstinger, die Vorsitzende der "Glory Fires", die Zuhörer, unter denen sich auch Mitglieder des Hechinger Gospelchores befanden. Und wie erwartet sprang der Funke recht schnell über. Die Gäste klatschten, wippten und sangen mit. Mit "Its me again" war der Chor in die Kirche eingezogen. Der nächste Titel "Yes, you can" erlaubte einen Gedankensprung zum Wahlkampfslogan von US-Präsident Obama. Die Botschaft ist einhellig: Wenn man will, kann man alle schaffen!

Unter den folgenden Titeln waren einige, die auch in die Popkultur Eingang gefunden hatten und von daher bekannt waren. Mit "I will follow him" hatte 1963 Peggy March einen Hit gelandet, und "Amazing grace" ist im Repertoire von Connie Francis und Joan Baez ebenso zu finden, wie in dem von Lena Valaitis und Helmut Lotti, um nur einige wenige zu nennen. Aber auch viele der anderen Lieder waren bekannt, ohne größere Beachtung in der Popszene gefunden zu haben.

Sehr differenziert waren die Darbietungen des Chores. Im Wechselgesang spielten sich Vorsängerinnen und Vorsänger mit den Sopranistinnen, Altistinnen und Bässen die musikalischen Bälle zu, ergänzten sich und zogen das Publikum immer mehr in ihren Bann. Die Soloauftritte von Manuela Büttgen, Nadine Halder, Anne Halder und Valeri Ivanov wurden durch Beifallsbekundungen besonders honoriert.

Nachwuchssorgen scheint der Gospelchor nicht zu haben. Mit von der Partie war am Schlagzeug Lorenz Halder, ganze elf Jahre alt. Und bei den Sängerinnen schnippte, klatschte und wiegte die kleine Marlene mit wie die Großen. Zwar erst sechs Jahre alt, ist Marlene schon länger dabei. Schon im Mutterleib wurde die Kleine mit den Gospelklängen vertraut. Mit einem gemeinsamen, von Chor und Gästen gestalteten Quodlibet der bekanntesten Gospels, initiiert vom brillanten Chorleiter Anton Roggenstein, verabschiedeten sich die Stettener.