Weilheim Eindrucksvolle Patroziniumsfeier in St. Marien

Im Rahmen des Kirchenpatroziniums in Weilheim gab es  eine Prozession von der Marienkirche durch den Ort.
Im Rahmen des Kirchenpatroziniums in Weilheim gab es eine Prozession von der Marienkirche durch den Ort. © Foto: Bernd Ullrich
Weilheim / Bernd Ullrich 04.07.2018

Unter Mitwirkung des Musikvereins, des Kirchenchores, des Kindergartens und vieler gläubiger Mitbürger fand am Sonntag in der Kirche St. Marien in Weilheim ein von Stadtpfarrer Michael Knaus und Diakon Ralf Rötzel zelebrierter Festgottesdienst statt.

Die Visitation des Dekans nahm Pfarrer Knaus zum Anlass, eine Verbindung zur Heimsuchung Marias, den Besuch bei ihrer Cousine Elisabeth, zu schlagen. „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herren zu mir kommt“, fragt Elisabeth. Diese Frage nach dem „Wer bin ich?“ begegnete den Kirchenbesuchern auch in der Predigt. Das Geheimnis des Menschwerdens sei nicht gelüftet worden, meinte der Geistliche. Aber es ergebe sich die Frage „Wo stehen wir auf unserem Weg des Menschwerdens?“

Ein Blick in den Spiegel zur Kontrolle des Äußeren gebe wohl kaum eine Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“

Für Maria, so Diakon Ralf Rötzel, war mit Sicherheit wichtig, ihre Freude über ihre Schwangerschaft mit Elisabeth zu teilen. Aus der genannten Frage spreche, so Rötzel, Elisabeths Demut und Ergriffenheit. Sie sei, so der Diakon weiter, überwältigt von der Gnade, die Maria ihr mit ihrem Besuch erweise. Von dieser Begebenheit sei es nicht weit, sich selbst die Fragen zu stellen: „Wer bin ich, auch im eigenen Tun und Handeln, in Familie und Beruf, im Engagement für und in der Gemeinschaft, in der Gemeinde?“ „Worin besteht meine Lebensaufgabe, was sind meine Talente?“ „Womit bin ich gesegnet, dass ich zum Segen für andere werden kann?“ „Wo finde ich meinen Platz, damit sich eine lebendige Gemeinde, vor Ort und im Ganzen, bilden kann?“ Dazu gehörten, so der Diakon, Begegnungen, in denen Lebendigkeit, Offenheit und Freundlichkeit vorhanden sind, und vielleicht sogar das Wirken des Heiligen Geistes spür- und erlebbar werden kann.

Hatten die Kinder des Kindergartens die Gottesdienstbesucher mit ihrem Lied „Wir frohen Kinder von St. Marien“ begeistert, führten sie vor der Urbankapelle, wohin die Prozession mit musikalischer Begleitung des Musikvereins führte, ihr Lied „Händesegen“ auf und bekamen wieder großen Beifall.

„Passt eine Prozession, bei der eine Monstranz mit einem Stück Brot getragen wird ,noch in unsere Zeit?“ fragte Pfarrer Michael Knaus und gab auch gleich die Antwort: „Sie passt!“ Das gebrochene und damit geteilte Brot als Sinnbild vom Teilen des Lebens – damit das Zusammenleben gelingen kann.

Wieder in der Kirche, dankte der Geistliche allen, die zum Gelingen des Festgottesdienstes und des ganzen Festtages beigetragen haben. „So etwas macht sich nicht von allein“, meinte er anerkennend im Hinblick auf die vielen Helferinnen und Helfer.

Im Anschluss an den Gottesdienst hatte das Gemeindeteam zum Frühschoppen und Mittagessen eingeladen.

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