Mit Kindern ins Museum? Da muss es schon etwas Besonderes sein, denn sonst kommt bei den kleinen Besuchern schnell Langeweile auf. Alles andere als langweilig war es am vergangenen Sonntag im Hohenzollerischen Landesmuseum. Museumsleiter David Hendel hat ein glückliches Händchen bewiesen, als er den Internationalen Museumstag zum Kinder-Museumstag ausrief, denn es wuselte den ganzen Tag über nur so von kleinen Museumsfans. Und denen – und natürlich auch den Eltern, Großeltern, Onkeln und Tanten – wurde so einiges geboten.

Zuvorderst drei kindgerechte Führungen, in denen David Hendel in jeder Abteilung ein Objekt herauspickte und den Kindern viel Geschichte und viele Geschichten drumherum nahe brachte. So standen der Zahn eines Wollnashorns, die Hohenzollerische Hochzeit und die Hoffaktorin Madame Kaulla im Mittelpunkt der kleinen Vorträge, in die die Kinder einbezogen wurden. In der Mittelalterabteilung war der Zollergraf Friedrich XII., genannt der Oettinger, die zentrale Figur. Der wurde von 1428/29 bis 1440 von der württembergischen Gräfin Henriette von Mömpelgard gefangen gehalten. Diese machte ihm das Angebot, die Gefangenschaft zu beenden, wenn er sie heiraten würde. Die Kinder durften raten: Hat er sie geheiratet? Ein vielstimmiges „Ja“ war die Antwort. Da lagen die jungen Historiker allerdings falsch: Friedrich verweigerte die Heirat, kam später nochmals frei und an die Regierung und starb auf dem Heimweg von einer Pilgerreise nach Jerusalem.

Als kenntnisreiche Fachleute erwiesen hatten sich die Kinder – unterstützt von den Erwachsenen – allerdings beim Kindermuseumsquiz. Das war durchaus anspruchsvoll und setzte voraus, dass die ständige Ausstellung ganz genau angeschaut wurde. Rund 150 Kinder nahmen teil, dafür gab es kleine Geschenke für alle. Spannend dürfte das Ergebnis des Malwettbewerbs unter dem Motto „Mein Bild fürs Museum“ sein, der für den Museumstag ausgerufen worden war. Die zahlreichen Beiträge können im Museumsfoyer besichtigt werden, in Kürze wird eine Jury des städtischen Sachgebiets „Tourismus, Kultur, Hohenzollerisches Landesmuseum“ die Bilder bewerten. Ausgelobt sind attraktive Preise, unter anderem Einkaufsgutscheine und Eintrittskarten für Kino und Hallen-Freibad.

Kinder sollen natürlich auch spielen, und so waren die neuen Werbe-Luftballons des Hohenzollerischen Landesmuseums begehrt. Vor allem aber die fragilen Gebilde, die Luftballonkünstler Klausi Klücklich hervorzauberte. Gekonnt knotete er auch Ritterschwerter aus den Ballonen, diese wurden selbstverständlich per Ritterschlag feierlich überreicht.

Ein Museumsbesuch macht hungrig und durstig, und auch am Verzehrangebot fehlte es nicht: die Bewirtung hatten der Elternbeirat des Kindergartens Blumenwiese und der Förderverein der Realschule übernommen, es gab Süßes und Herzhaftes sowie alkoholfreie Getränke aller Art.

Gesamtelternbeiratsvorsitzender Oliver Blum briet Hamburger, gerne auch medium, und warb nebenher für gesunde Schulernährung. Museumsleiter David Hendel zeigte sich mit dem Aktionstag rundum zufrieden: „Das war ein Riesenerfolg, und es hat gezeigt, dass Geschichte auch eine tolle Sache für die ganze Familie sein kann.“