Rettungswesen Ein Lebensretter für Rangendingen

Defibrillator-Übergabe in Rangendingen (von links): DRK-Bereitschaftsleiter Christoph Schoder, Bürgermeister Johann Widmaier, Chris Schweiger und Martin Schäfer von der Volksbank Hohenzollern-Balingen, Notfallsanitäter Wolfgang Dieter.
Defibrillator-Übergabe in Rangendingen (von links): DRK-Bereitschaftsleiter Christoph Schoder, Bürgermeister Johann Widmaier, Chris Schweiger und Martin Schäfer von der Volksbank Hohenzollern-Balingen, Notfallsanitäter Wolfgang Dieter. © Foto: Christoph Schoder
Rangendingen / Christoph Schoder 12.05.2018

Gut hunderttausend Sterbefälle jährlich werden durch den plötzlichen Herztod verursacht. Die Opferzahl entspricht ungefähr einem Flugzeugabsturz täglich. „Wäre das den Menschen bewusst, dann würden sie sich wahrscheinlich anders verhalten“, sagt Notfallsanitäter Wolfgang Dieter von der Bereitschaft Burladingen-Ringingen.

Es gibt Schätzungen, wonach sogar die Hälfte der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf den plötzlichen Herztod zurückzuführen sind. Die häufigste Ursache ist mit Abstand eine koronare Herzerkrankung, bei der es zu einem Verschluss der Herzkranzgefäße kommt. Betroffen sind meist Menschen mittleren oder höheren Lebensalters. Die Krankheit kann allerdings in allen Altersgruppen auftreten. Oft liegt dem Herztod eine Herzerkrankung zugrunde. Er tritt aber für die Betroffenen unerwartet ein, da das Leiden bis zu diesem Ereignis unentdeckt blieb.

Kammerflimmern ist meistens der direkte Auslöser des Herztodes. Dabei zuckt das Herz nur noch und stellt das regelmäßige Pumpen ein. Der Blutkreislauf bricht zusammen, Organe und Gehirn werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt.

Beim Kammerflimmern setzt die Behandlung mit dem Defibrillator ein. Per Stromstoß wird das Herz angehalten und erhält so die Möglichkeit, wieder richtig zu schlagen. In Deutschland liegt die Reanimationsquote bei gerade mal sechs Prozent. Ziel ist es, diese auf 40 Quote zu steigern. Utopie? Nein, in Skandinavien ist diese Erfolgsrate schon erreicht.

Deshalb hat die Volksbank Hohenzollern-Balingen sich der Thematik angenommen und hilft dem Roten Kreuz bei der Anschaffung von potenziell lebensrettenden Defibrillatoren. Diese Woche war der DRK-Ortsverein Rangendingen an der Reihe. Die Volksbank übergab eine 2500- Euro-Spende für einen Defibrillator, den der Verein der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Folgerichtig erhält er seinen Platz für jeden zugänglich im Eingangsbereich der Volksbank.

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Prozent beträgt die Reanimationsquote in Deutschland. Ziel ist es, sie auf 40 Prozent zu steigern – ein Wert, den die skandinavischen Länder bereits erreicht haben.