Rangendingen Ein klares Nein aus Freiburg

Rangendingen / SWP 04.08.2012
Rangendingen und Bisingen-Grosselfingen werden eine Seelsorgeeinheit. Das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg möchte keine Fusion der Seelsorgeeinheit Rangendingen mit Hechingen oder Hirrlingen.

Aufgrund einer Personalprognose für das Jahr 2030 hat das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg im Jahr 2009 einen Entwurf für die geographische Weiterentwicklung der Seelsorgeeinheiten in der Erzdiözese Freiburg vorgelegt. Dieser Entwurf geht von einer zukünftigen Anzahl von 224 Seelsorgeeinheiten im Erzbistum Freiburg aus. Dies bedeutet eine Reduzierung der Zahl der bisherigen Seelsorgeeinheiten um etwa ein Drittel.

Für das Dekanat Zollern bedeutet dies, dass die Zahl der Seelsorgeeinheiten von neun auf fünf reduziert wird. Für Rangendingen bedeutete dies laut dem Entwurf von 2009 die Zuordnung entweder nach Hechingen oder Bisingen.

Die Pfarrgemeinderäte der Seelsorgeeinheit Rangendingen haben daraufhin das Erzbistum gebeten, von einer Zuordnung der Seelsorgeeinheit Rangendingen abzusehen und die Seelsorgeeinheit Rangendingen in ihrer Selbständigkeit zu belassen.

Nach einer Anhörung im Mai 2010 in St. Luzen in Hechingen, unter anderem mit Generalvikar Fridolin Keck, entschied das Ordinariat im Juli 2010, "dass die beiden Seelsorgeeinheiten Rangendingen und Bisingen-Grosselfingen künftig, spätestens ab dem 1. Januar 2015 eine gemeinsame Seelsorgeeinheit bilden werden".

Am 15. November 2010 haben die Pfarrgemeinderäte von Rangendingen, Höfendorf und Bietenhausen nochmals ein Schreiben an das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg gerichtet, in dem sie ihre "Enttäuschung und Trauer" über diese Entscheidung zum Ausdruck bringen, Unter anderem darüber, dass trotz offizieller Einladung niemand vom Erzbischöflichen Ordinariat sich einmal eine oder zwei Stunden Zeit genommen habe, sich an Ort und Stelle über die Situation in Rangendingen zu informieren.

In einem Antwortschreiben im April 2011 hat Domkapitular Dr. Peter Kohl im Namen des Ordinariates Freiburg die Entscheidung bestätigt und gerechtfertigt.

Da in der Seelsorgeeinheit Rangendingen die örtlichen Pfarrgemeinderatsgremien, aber auch große Teile der Bevölkerung nach wie vor die Zuordnung der Seelsorgeeinheit Rangendingen zu Bisingen-Grosselfingen keinesfalls für befriedigend halten, hat sich Pfarrer Norbert Dilger im April diesen Jahres in einem persönlichen Schreiben an Erzbischof Dr. Robert Zollitsch gewandt und darum gebeten, die Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Im Namen von Erzbischof Zollitsch lud daraufhin Domkapitular Peter Kohl Pfarrer Dilger zu einem Gespräch nach Freiburg ein. Dieses fand im Juni im Ordinariat in Freiburg statt. In diesem Gespräch legte Pfarrer Dilger dar, dass aus Sicht der Seelsorgeeinheit Rangendingen die Zuordnung nach Bisingen-Grosselfingen keine ideale Möglichkeit sei. Er schlug folgende Alternativen vor: Entweder die Seelsorgeeinheit Rangendingen als selbständige Seelsorgeeinheit bestehen lassen. Oder es solle eine Fusion der Seelsorgeeinheit Rangendingen mit der Seelsorgeeinheit St. Luzius Hechingen - wie bereits im ersten Entwurf des Erzbischöflichen Ordinariates vorgeschlagen wurde - nochmals geprüft werden. Oder es solle die Möglichkeit, mit der Seelsorgeeinheit Hirrlingen (Diözese Rottenburg-Stuttgart) eine gemeinsame Seelsorgeeinheit zu bilden geprüft werden.

Domkapitular Kohl stimmte zu, diese Vorschläge nochmals in die Ordinariatssitzung - das höchste Sitzungsgremium der Erzdiözese unter der Leitung des Erzbischofs - zu bringen, um dann eine endgültige Entscheidung herbeizuführen.

Diese Woche ging nun das Antwortschreiben des Erzbischöflichen Ordinariates Freiburg ein. Darin schreibt Domkapitular Kohl: "Nach reiflicher Überlegung sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass die Zuordnung zur Seelsorgeeinheit Hechingen aufgrund deren Größe keine Option darstellt. Die Abgabe der Seelsorgeeinheit Rangendingen an die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist für die Diözese Freiburg keine Lösung. So bleibt es bei der geplanten Fusion mit der Seelsorgeeinheit Bisingen-Grosselfingen." "Für die Pfarrgemeinderäte der Seelsorgeeinheit Rangendingen, aber auch für viele Mitglieder der Pfarrgemeinden von Rangendingen, Höfendorf und Bietenhausen ist diese Entscheidung enttäuschend. Wir werden diese Entscheidung aber respektieren", sagte Pfarrer Norbert Dilger gestern und betonte, dass die mehrjährigen Bemühungen niemals gegen die Mitglieder der Pfarrgemeinden in Bisingen und Grosselfingen und deren Seelsorger gerichtet waren.

"Deren Wirken schätzen und anerkennen wir", erklärte Pfarrer Dilger.