Jungingen Ein „Mahnfeuer“ gegen den Wolf

Putzig: Zwei mongolische Wolfswelpen. Zugegeben: aus dem Züricher Zoll.
Putzig: Zwei mongolische Wolfswelpen. Zugegeben: aus dem Züricher Zoll. © Foto: dpa
Jungingen / swp 07.06.2018
Die Schafzüchter machen mobil gegen den wiederkehrenden Wolf: In Jungingen wird am Feuer demonstriert.

Seit bei Bad Wildbad ein Wolf Schafe getötet hat, klingeln bei den Schäfern im Südwesten die Alarmglocken endgültig und sehr schrill. Ihre Interessenvertretung, der Landesschafzuchtverband Baden-Württemberg, ist auf totalem Konfrontationskurs gegen die Landesregierung, die sich an die bundesweite Gesetzgebung hält: Der Wolf steht unter Naturschutz und darf nicht geschossen werden. Gerade deshalb fürchten die Schafzüchter nun um ihre Herden.

Ein „Mahnfeuer Wolf“ gibt es unter anderem am nächsten Donnerstag, 14. Juni, um 19.30 Uhr beim Junginger Schützenhaus an der Winterseite des Killertals (Zollerstraße, ausgeschildert). Es ist eine kostenlose Veranstaltung ohne Anmeldung der Schäferei Frank Rehm aus Winterlingen. Die lädt die interessierte Öffentlichkeit nach Jungingen ein: Gemeinsam mit Schäfern, Weidetierhaltern, Politikern und der Presse soll über die Auswirkungen des Wolfs auf Landwirtschaft, Landschaftserhaltung, Tourismus- und Freizeitwirtschaft diskutiert werden.

Die Haltung des Landesschafzuchtverbands ist klar: Die Rückkehr des Wolfs stelle die Weidetierhaltung vor neue, kaum lösbare Herausforderungen. Dabei leisteten die Weidetierhalter einen unschätzbaren Wert für die Gesellschaft – die traditionelle Schäferei habe über Jahrtausende eine einmalige Kulturlandschaft geschaffen. Ohne die Weidetierhaltung mit Schafen, Ziegen und Rindern könnten diese wertvollen Landschaften nicht erhalten werden. Ohne Beweidung würde sich der Charakter der Kulturlandschaft verändern. Schafe und Ziegen aber seien die am stärksten durch Wolfsrisse bedrohte Nutztiergruppe.

Der von der Landesregierung propagierte und finanzierte Herdenschutz mit speziellen Hunden und Zäunen wird von den Schafzüchtern nicht akzeptiert. Effektiver Herdenschutz sei eine komplexe Angelegenheit und stoße im bergigen und kleinstrukturierten Südwesten schnell an seine Grenzen. Die haftungsrechtlichen Rahmenbedingungen seien ebenfalls noch nicht geklärt. Der Wolf gefährde damit den Fortbestand der Weidetierhaltung und die Existenz der Betriebe.

Mit den Wolfsfeuern wollen die Weidetierhalter die Vertreter der Politik darauf aufmerksam machen, wen die Politik zuerst zu schützen verpflichtet sei: Laut Schafzuchtverband die Weidetierhalter und die Bevölkerung (in dieser Reihenfolge!) und nicht den Wolf.

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