Hechingen E.T. hebt vor 700 Kinofreunden ab

Hechingen / HARDY KROMER 08.08.2012
Dass Außerirdische sehr lieb und Freiluft-Kinoabende recht frisch sein können – diese Erfahrung machten am Dienstagabend mehr als 700 Zuschauer, die zum Finale des Hechinger Open-Air-Kinos 2012 E.T. sahen.

Genau so hatte sich der Hechinger Chef-Cineast Ralf Merkel den Abschluss der 17. Hechinger Open-Air-Kino-Staffel vorgestellt: Der Dienstagabend auf der Schwimmbadwiese geriet zu einem Kinofest für die ganze Familie, bei dem die Erwachsenen in Erinnerungen an ihre eigene Jugend schwelgen konnten, und die viele Kinder das erste Mal sahen, was Papa und Mama immer meinen, wenn sie von einem gewissen E.T. reden, der immer „nach Hause telefonieren“ will.

727 abgezählte Zuschauer erlebten einen immer wieder gleichermaßen spannenden und anrührenden Science-Fiction-Klassiker und ließen sich von Steven Spielberg vor Augen führen, was man auch 30 Jahren nach der Entstehung von „E. T. – Der Außerirdische“ nicht oft genug betonen kann: dass man dem Anderen, dem Fremden am besten mit Respekt und Empathie begegnet – auch wenn es von noch so weit herkommt und noch so merkwürdig aussieht.

Insofern passte es auch ausgezeichnet, dass der Abend eine Benefizveranstaltung für die Hilfsorganisation Kinder brauchen Frieden war, deren Ziele Dr. Michael Wagner kurz vorstellte, bevor das grüne, schrumpelige Männchen aus dem All die Herzen ergriff. Der Eintrittspreis von 60 Cent pro Nase (eine Hommage an das Jubiläum 60 Jahre Burgtheater) und Spenden gingen an „KbF“. Rund 700 Euro kamen im Laufe des Abends zusammen.

Gepasst hat auch, dass über den Köpfen der Kinofreunde nur ein Raumschiff aus dem All einschwebte, der Himmel aber ansonsten dicht hielt. Dass es trocken blieb, war ein Segen, schließlich war es bei zwölf Grad Celsius frisch genug, um entweder in einem dicken Schlafsack Schutz zu suchen oder aber empfindlich zu frösteln.

E.T. open air – was am Dienstagabend in Hechingen geboten wurde, war sogar deutschlandweit etwas ganz Besonderes. Und Ralf Merkel („Bei E.T. habe ich vor 30 Jahren mit meiner ersten Freundin geheult“) war glücklich, dass das außerirdische Finale des Hechinger Open-Air-Kinos 2012 zum erhofften Volltreffer avancierte.

Der Abschlussabend rundete eine fast durchweg gelungene Staffel ab. Schon am Montag war die 4000-Zuschauer-Marke geknackt worden – wobei Merkel zufolge „über 50 Prozent mehr“ Zuschauer kamen als im verregneten Vorjahr. Die Bestmarke wurde gleich am ersten Abend erzielt: 1100 Kinogänger hatten „Ziemlich beste Freunde“ gesehen. Platz zwei auf der 2012er Hitliste nimmt E.T. ein, gefolgt von „Kochen ist Chefsache“ mit gut 500 Zuschauern. Vom vergangenen Mittwochabend wird Ralf Merkel noch lange schwärmen. „Das war mein schönster Open-Air-Kinoabend überhaupt“, sagte er gegenüber der HZ. Und das nach 17 Jahren! 750 kleine Portionen ihrer Leckereien haben die Hechinger Chefköche an diesem Gourmetabend an den Mann und an die Frau gebracht, sage und schreibe 90 Flaschen Wein gingen bei der Verkostung der Firma Mebold weg – „und am Ende stand noch der Vollmond über der Leinwand“. Merkel hofft schon heute auf eine Neuauflage.

Einen Fehlgriff habe er dagegen mit „Zwei Tage New York“ begangen, räumt Ralf Merkel ein. „Das hat einfach nicht zu unserem Open-Air-Stil gepasst.“ Ernüchternd war Spider-Man im Dauerregen vor weniger als 100 Hartgesottenen und ein Erlebnis der besonderen Art „Die Tribute von Panem“: Weil der Lüfter am Projektor streikte, gab’s ausgerechnet am kältesten aller Abende eine längere Zwangspause. Fast 300 Leute harrten aber bis weit nach Mitternacht aus und wärmten sich am Gratis-Tee für alle.

Held des Abends war „Schupfnudel-King“: Peter Gamerdinger brachte die Technik wieder zum Laufen, und Ralf Merkel freute sich: „Der Koch hat’s gerichtet.“

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