Gewässerschau Durchblicke zur Starzel beim Spittel

Hechingen / Hardy Kromer 15.11.2017

Die großen Fluten, die Teile der Hechinger Unterstadt 2007 und 2008 überschwemmten, sind zwar schon ein rundes Jahrzehnt her, die Erinnerung der Betroffenen daran ist aber noch ganz frisch. „Ein sechs Meter langer Baumstamm lag quer unter der Brücke. Der bremste das ganze Heu und Stroh und Gehölz, und dann stieg der Wasserpegel erst so richtig an“, erzählte Bach-Anrainer Adolf Bader Dienstagfrüh, als Vertreter des Regierungspräsidiums (RP) und der Stadtverwaltung sich an der Johannesbrücke trafen. Die Gewässerschau an der Starzel hat nicht zuletzt den Zweck, solche Blockaden durch Schwemmgut zukünftig zu verhindern. Deshalb schauten sich Eberhard Beck vom RP und seine Mitarbeiter genau an, auf welchem Grundstück ein Komposthaufen oder ein Holzstapel zu nah am Ufer steht. Die Anlieger werden dann benachrichtigt, „und reagieren meist auch einsichtig“, wie Beck erzählte. Doch auch das Regierungspräsidium will weitere eigene Beiträge zum Hochwasserschutz leisten. So sollen nahe der Hugobrücke Trichterbuhnen und andere strömungslenkende Elemente eingebaut werden, um der Starzel dort ihren Kanalcharakter zu nehmen.

Stadtbaumeisterin Helga Monauni brachte ästhetische Aspekte zur Sprache, schließlich ist ihr Traum von einer kleinen Landesgartenschau in Hechingen noch nicht ausgeträumt. Den neuen Starzelpark oberhalb der Schützenbrücke pries sie als „Renner der Saison“. Ihr Wunsch ist, dass man das neue, naturnahe Kleinod auch von der Hospitalstraße aus besser sieht. Gegenüber vom Spittel und von der Volksbank will sie deshalb Blickschneisen in die Hecke schneiden lassen.

Weiter ging’s zum ehemaligen Gasthaus „Schützen“, hinter dem die Gewässer-Experten gerne die Stützmauer durch eine Böschung ersetzen würden, um das Abfluss­profil der Starzel zu verbessern – und nach Stein, wo am Nach­mittag die bereits ergriffenen Schutzmaßnahmen besichtigt wurden.