Bechtoldsweiler DSL-Vergabe steht bevor

In Bechtoldsweiler ist viel gelaufen: Günther Konstanzer hielt die Rückschau.
In Bechtoldsweiler ist viel gelaufen: Günther Konstanzer hielt die Rückschau.
SWP 25.01.2012
Endlich, endlich soll auch in Bechtoldsweiler die DSL-Versorgung Wirklichkeit werden. Diese gute Nachricht gab Ortsvorsteher Günther Konstanzer gestern Abend bei der Neujahrssitzung bekannt.

Ein besonderes Willkommen war im Ortschaftsrat für Hechingens neue Bürgermeisterin vorbereitet: Dorothea Bachmann ist vorübergehende Neubürgerin im Stadtteil. Günther Konstanzer stellte ihr in wenigen Sätzen den Ort vor. So weiß das Stadtoberhaupt nun, dass 2012 das 200-jährige Bestehen der Dorfkirche gefeiert wird und seit der Kreisreform kräftig gewachsen ist: Über Jahrhunderte zählte das Dorf nicht mehr als 250 Einwohner. 1972 aber begann das Wachstum auf heute rund 700 Einwohner. Zwei Besonderheiten nannte der Rathauschef ebenfalls: Der Ort war die letzte Gemeinde im Altkreis Hechingen, die 1957 eine Wasserleitung baute, und die erste Gemeinde Baden-Württembergs, die einen genossenschaftlich organisierten Dorfladen gründete. "Heute sind wir einer der acht Stadtteile von Hechingen und fühlen uns dort gut aufgehoben. Vieles, was erreicht wurde, wäre allein niemals möglich gewesen," unterstrich Günther Konstanzer. In die Eingemeindungsverträge habe man bisher nicht schauen müssen: "Wir pflegten mit den Bürgermeistern und dem Gemeinderat immer ein gutes Einvernehmen. Das soll auch unter Ihnen so bleiben." So viel Freiheit wie möglich, und nur so viel Reglementierung wie notwendig, dies sei die Basis einer guten Zusammenarbeit, so Konstanzer gegenüber Dorothea Bachmann.

Seinen Rückblick eröffnete der Ortsvorsteher mit dem Dank an seine Mitbürger für deren Mitarbeit und Engagement. Der Ortschaftsrat bearbeitete 2011 in 13 Sitzungen 76 Tagesordnungspunkte - eine tolle Leistung, wie Günther Konstanzer seinen Kollegen, seinen Stellvertretern Bernhard Locher und Thomas Ling uns seiner Mitarbeiterin Bettina Wolf bescheinigte. Dank gab es unter anderem auch für die Feuerwehr, die trotz aller Querelen im städtischen Feuerwehrwesen ein ruhender Pol geblieben und aus dem Dorf nicht wegzudenken sei. Lob und Anerkennung erhielten gleichfalls die Vereine, Handarbeitskreis, die Theatergruppe, die Verantwortlichen des Genossenschaftsladens und die kirchlichen Gremien.

Bechtoldsweiler hat im zurückliegenden Jahr zwölf Einwohner verloren, derzeit sind es 688. 2011 sei in Bechtoldsweiler ein spannendes, sitzungsreiches und arbeitsreiches Jahr gewesen, sagte Günther Konstanzer - "an Themen hat es nie gefehlt". Das inzwischen zu einem Dauerbrenner gewordenen Thema DSL hat das Dorf sogar sehr intensiv beschäftigt. Inzwischen seien wichtige Schritte in die Wege geleitet worden: Der Ortschaftsrat hatte für den Haushalt 2011 als eines der wichtigen Themen zur besseren DSL-Versorgung die Verlegung von Leerrohren angemeldet und auch bekommen. Der aktueller Stand zum Jahresende war, dass Leerrohre sind aus dem Industriegebiet Bodelshausen nach Bechtoldsweiler verlegt worden sind. Inzwischen erfolgte die Ausschreibung. Es liegen Angebote der Telecom und der Neckarcom vor. Die Auftragsvergabe ist für die nächsten Wochen vorgesehen. Danach soll eine schnelle Umsetzung folgen, und das sei auch notwendig, bekräftigte der Redner.

Der Ortschaftsrat hat sich für die aktuelle Sitzungsperiode vorgenommen, über wichtige Teile des Altdorfes einen Bebauungsplan zu legen. An diesem Ziel wird auch festgehalten. Der Ausgangspunkt war der Dorfkern um die Rathausstraße, die nach Auffassung der Verwaltung und des Ortschaftsrates nach der Neugestaltung baurechtlich geschützt werden sollte. Der Wunsch nach Ausweitung des Geltungsbereiches und die Schaffung von Bauplätzen in diesem Bereich konnte nicht erfüllt werden. Das Vorhaben scheiterte an Grundstücksfragen.

Ebenfalls ist der Bebauungsplan Kirchweg I noch in der Beratung und wird modifiziert, nachdem - aus Sicht der Verwaltung und des Ortschaftsrates zwar unberechtigt, so der Ortsvorsteher, - aber doch Bedenken angemeldet wurden. Darauf wolle man reagieren. Ich komme noch darauf zu sprechen. Mit dem dritten Projekt, der Schaffung von kommunalen, innerörtlichen Bauplätzen im Spielweg, ist man zum Jahresende ein gutes Stück vorangekommen. Ein weiteres, wiederholt behandeltes Thema war der Antrag des Reit- und Fahrvereins auf Errichtung eines Reitplatzes. Mit den Beschlüssen vom Dezember will man ein Stück weitergekommen sein. Die Planungen für die Neugestaltung des alten Friedhofteiles konnten etwas konkretisiert und sollen in diesem Jahr 2012 beraten werden.

Als Großbaustelle präsentierte sich 2011 der Untere Kirchweg. Kurz vor Jahresende waren die Arbeiten soweit abgeschlossen, dass im Frühjahr mit dem Einbau des Feinbelags der Endausbau dieses Gebietes komplett fertiggestellt sein wird. Nun könnte auch die Bebauung der noch brach liegenden Plätze folgen. Derzeit sind in Bechtoldsweiler noch 17 unbebaute private Bauplätze vorhanden, sechs davon ohne Bauzwang. "Bauplätze wären also genügend vorhanden", betonte Günther Konstanzer. Und dies halte den Ortschaftsrat auch zurück, weiter in die Fläche zu erschließen.