Hechingen Drei Monate früher in die Regelgruppe?

STA 17.07.2015
Hechingen will flexibel sein. Kinder sollen künftig schon ab einem Alter von zwei Jahren und neun Monaten in die Regelgruppe gehen dürfen.

Die neue Regelung soll den Eltern Geld sparen, umgekehrt die Wartelisten bei der Stadt für einen der begehrten Krippenplätze entlasten. In der Sitzung des Verwaltungsausschusses machte Jürgen Fischer (Fraktionsvorsitzender SPD) allerdings seinem Ärger Luft. Denn für die drei Monate, in denen die U 3-Jährigen in der Regelgruppe sind, fallen ein paar Euro mehr an Gebühren an als für die Dreijährigen. Wenn die Stadt die Gebühren nicht schon ganz abschaffe, so Fischer, solle doch hier wenigstens Gerechtigkeit herrschen. Die übrigen Ausschussmitglieder aber wollten seinem Antrag nicht folgen. Ohne die neue Regelung müssten die Eltern für besagte drei Monate schließlich den deutlich teureren Krippenplatz bezahlen. Der Gemeinderat entscheidet am 23. Juli darüber.

Und weil man schon mal beim Thema Geld war. Was würde es die Stadt eigentlich kosten, wenn Eltern für das letzte Kindergartenjahr ihrer Kleinen weniger als bisher oder gar nichts mehr bezahlen müssten? Fielen die Gebühren für alle Hechinger Vorschulkinder, egal in welcher Betreuungsform, weg, so wären es pro Jahr 227 370 Euro weniger in der Kasse, bei einer möglichen "pauschalen Grundgebühr" pro Kind von 117 Euro (die Gebühren für die Regelgruppe) 203 350 Euro weniger, würde der Gebührenerlass nur für alle Vorschulkinder in Regelgruppen gelten, läge der Ausfall bei 73 360 Euro.

Verzichtet die Stadt auf die Elterngebühren, so hat sie auch keinen Anspruch mehr aus Mitteln aus dem Ausgleichsstock. Das Land will, dass jede Kommune die eigenen Einnahmequellen angemessen ausschöpft. In Hechingen decken die Elterngebühren 13 Prozent der tatsächlichen Betreuungskosten. Andere Städte verlangen mehr.