Es war schon immer schwierig, Kandidaten für den Gemeinderat zu finden, aber dieses Mal ist es noch schwieriger“, sagt Martin Weinschenk, der in Jungingen die Liste der Freien Wähler anführt.

Er selbst wird bei der Gemeinderatswahl im Mai wieder antreten. Ebenso ist sein Fraktionskollege Pascal Merkle dazu bereit. Abgesagt haben hingegen die Weggefährten Marc Pfeilmayer und Hanspeter Pröpster.

Sie werden sich jetzt – nach mehreren Amtsperioden – aus der Kommunalpolitik zurückziehen. Was Martin Weinschenk sehr bedauert.

Zwei Freie noch unentschlossen

Noch nicht endgültig entschieden hatten sich in dieser Woche Jürgen Kleinmann und Bernd Bumiller, die vor fünf Jahren mit den Freien ins Gremium einzogen.

Natürlich hofft Bernd Weinschenk auf ihre Zusage. Zugleich stöbert er nach weiteren Kandidaten, telefoniert, spricht Mitbürger an. „Laut Wahlgesetz können wir 20 Leute auf die Liste nehmen, aber das ist natürlich bei einer Gemeinde unserer Größenordnung unmöglich“, meint er. Wenn man bis zum Stichtag am 28. März fünf oder sechs Kandidaten präsentieren könne, wäre das schon ganz ordentlich, so der Listenführer.

Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren traten die Freien Wähler – wie auch die CDU - in Jungingen mit neun Bewerbern an. Sechs der Freien schafften den Sprung ins Rathaus, bei der CDU waren es vier.

Auch die örtlichen Christdemokraten tun sich nicht leicht, ihre Liste mit Frauen und Männern zu füllen, die bereit wären, die Geschicke der Gemeinde am Ratstisch mitzugestalten. Heide Pick, Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes kommt bei ihrer Kandidatensuche zu demselben Ergebnis wie Martin Weinschenk: „So schwierig war es noch nie!“

Wie Weinschenk würde Pick gerne mehr Frauen für ihre Liste gewinnen. Ihr Werben sei aber erfolglos geblieben. „Viele sind berufstätig, viele arbeiten auswärts. Sie wollen nicht zu spät zu den Sitzungen kommen und wollen andererseits auch noch für ihre Familien da sein.“

Von daher, so Pick, habe sie viele Absagen „starker“ Frauen erhalten, die sie gerne im Gremium gesehen hätte.

Eine Frau sicher dabei

Eine Frau findet sich aber garantiert auf dem Wahlvorschlag der CDU: die amtierende Gemeinderätin Miriam Diebold.

Auch die Fraktionskollegen Matthias Kohler und Frank Speidel wollen es noch einmal wagen. Bernd Potschien dagegen steigt aus, lässt sich nicht mehr aufstellen.

Dafür wirft Professor Alexander Pick seinen Hut nochmals in den Ring. Der Junginger Bürger, Präsident des Polizeipräsidiums Reutlingen und Ehemann der Ortsverbandsvorsitzenden gehörte dem Gremium bereits 23 Jahre an, verließ es aber 2012 aus beruflichen Gründen und auch deshalb, weil seine Tochter Verena damals das Junginger Hauptamt übernahm. Das war zwar vom Gesetz her nicht erforderlich, die Picks hielten es aber doch für die sauberere Lösung, wenn nicht der Vater im Gemeinderat und die Tochter zugleich in der Verwaltung sitzt.

Die Besetzung des Hauptamtes hat sich zwischenzeitlich geändert. Was den Beruf angeht, hält Alexander Pick das Mandat jetzt damit vereinbar. Also will er es noch einmal wagen.

Soweit die bisher bekannten Namen und Zusagen. Es könnten noch welche hinzu kommen, je nachdem wie erfolgreich Pick und Weinschenk auf ihrer weiteren Suche und mit ihren Überzeugungsgesprächen beziehungsweise Überredungskünsten noch sind.

Nominierung: Termine sind noch nicht fix


Abgabefrist Die Termine für die Nominierung der Freien Wähler- wie auch der CDU-Kandidaten stehen noch nicht fest. Die Freien Wähler wollen noch etwas zuwarten, die CDU plant ihre Versammlung für die kommende Woche. Sie sucht aber noch nach einem Versammlungslokal. Wenn die Termine feststehen, werden sie umgehend bekannt gegeben. Spätester Abgabetermin für die fertigen Wahllisten ist 28. März.