Hechingen Dorothee Müllges ist neue Erste Beigeordnete

Blumenstrauß für die Wahlsiegerin: Bürgermeister Philipp Hahn gratuliert der neuen Ersten Beigeordneten, Dorothee Müllges.
Blumenstrauß für die Wahlsiegerin: Bürgermeister Philipp Hahn gratuliert der neuen Ersten Beigeordneten, Dorothee Müllges. © Foto: Hardy Kromer
Hechingen / Hardy Kromer 25.07.2018
An der Spitze der Stadt Hechingen stehen wieder ein Mann und eine Frau: Dorothee Müllges ist neue Erste Beigeordnete.

Schon kurz nach 19 Uhr war am Mittwochabend die Wahl im überhitzten Hechinger Ratssaal gelaufen: Bürgermeister Philipp Hahn beglückwünschte Dorothee Müllges als seine neue „ständige allgemeine Stellvertreterin“. Die 56-jährige Juristin aus dem Balinger Stadtteil Heselwangen ist Hahns Nachfolgerin als Erste Beigeordnete. Es ist die erste Frau in der Hechinger Stadtgeschichte, die diesen Posten bekleidet.

Die Entscheidung fiel schon im ersten, geheimen Wahlgang. Mit 19:11 Stimmen setzte sich Dorothee Müllges, bisher Sozial- und Rechtsdezernentin im Balinger Landratsamt, gegen ihren schärfsten Rivalen, den 46-jährigen Michael Dehner, durch. An Stimmen gänzlich leer aus ging die Sindelfinger Dauerkandidatin Fridi Miller, die ihre Vorstellung auf eine Minute beschränkt hatte. Auch das Wahlbier in einem Biergarten, das die selbsternannte „Aufdeckungspolitikerin“ den Stadträten für den Fall ihrer Wahl versprochen hatte, konnte niemanden dazu bewegen, das Kreuzchen hinter dem Namen Miller zu machen.

Philipp Hahn war der Erste, der die Wahlsiegerin offiziell beglückwünschte - mit Blumen und der Vorfreude „auf eine professionelle und konstruktive Zusammenarbeit“. Dorothee Müllges, die von ihrem Ehemann Curt begleitet wurde, sagte mit spürbarer Erleichterung: „Am 15. Mai habe ich mich zur Kandidatur entschieden. Seither hatte ich einige schlaflose Nächte. Jetzt fällt der Adrenalinpegel langsam wieder.“ Dem Gemeinderat, insbesondere aber auch ihrem unterlegenen Mitbewerber Michael Dehner, der Fachbereichsleiter für Zentrale Dienste im Hechinger Rathaus bleibt, rief sie zu: „Auf gute Zusammenarbeit.“

Dorothee Müllges will ihr neues Amt nach eigener Aussage „gleich nach der Sommerpause“ antreten. Ihr (Noch-)Chef, Landrat Günther-Martin Pauli, werde ihr keine Steine in den Weg legen, hatte sie der HZ schon als Bewerberin gesagt.

Dem Gemeinderat stellte sich die Frau, die das größte Dezernat im Landratsamt leitet (mit 219 Mitarbeitern und Verantwortung für einen 80-Millionen-Etat) als erfahrene Verwaltungsfrau mit hoher sozialer Kompetenz und einem aktiven Führungsstil vor. Mit Blick auf die angekündigten Umstrukturierungen innerhalb der Hechinger Stadtverwaltung sagte sie: „Ich bin für alle denkbare Szenarien gerüstet.“ Als Zukunftsaufgaben für die Stadt Hechingen sprach sie an, dass die Herausforderungen durch die Digitalisierung aller Lebensbereiche und durch den demographischen Wandel gemeistert werden müssten. Der Umstand, dass sie zum einen Juristin, zum anderen „im und zum Landkreis gut vernetzt“ sei, werde Hechingen zum Vorteil gereichen.

Mit einer langen Gratulationscour für Dorothee Müllges, in die sich auch Michael Dehner und Fridi Miller einreihten, verabschiedete sich der Hechinger Gemeinderat nach dieser schnellen Sondersitzung in die Sommerpause.

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