Hechingen Dorffest unterm Almwatz-Baum

Hechingen / Sabine Hegele 03.08.2018

Die Verschwiegenheit der Zwillinge Anne und Mary-Beth ist bewundernswert: Schon seit über 20 Jahren gibt es noch eine Dritte im Bunde: Samy. Das hat bis Donnerstagabend wirklich keiner gewusst.

Eben diese Samy wollte schon am Montagmorgen in Almwatz aufschlagen, aber ihr Flieger, der sie aus den USA in das Bergdorf hätte fliegen sollen, durfte ob der großen Hitze nicht starten. Erst am Donnerstagabend erreichte Samy ihre Heimat. Dafür war – welch’ Wunder – ihre Schwester Anne den ganzen Abend nicht auffindbar.

Schade zwar, doch fiel Lene so die verantwortungsvolle Aufgabe zu, Samy – und damit zugleich das Publikum des Spieleabends – in die Geheimnisse von Almwatz einzuweihen. Und der Drilling hatte viele Fragen – die ihn  sogleich zur Co-Moderatorin von Lene machten.

Um es vorweg zu nehmen: Das Duo führte souverän durchs Abendprogramm, das nur zu Beginn einen ernsten Moment hatte: In Erinnerung an Vera Jetter, jüngst verstorbenes Mitglied des Vereins Ratzgiwatz, waren die Gäste zu einer Schweigeminute aufgerufen.

Dann aber hieß es Bühne frei für die Protagonisten des Abends – die Spiele-Teams, bestehend aus Eltern, Almwatz-Leitern und -Kindern. Zunächst wurden sie mit der „Saalwette“ vertraut gemacht, wobei es galt, ein Lebkuchenherz (in diesem Fall jedoch aus Holz) möglichst Almwatz-gerecht zu verzieren – und das mit allem möglichen Plunder.

Des Weiteren mussten die Teams den Stärksten aus ihrer Gruppe benennen – dem dann die Aufgabe zufiel, möglichst lange einen Krug am ausgestreckten Arm zu halten. Je länger ihm das gelang, umso länger hatten seine Mitstreiter Zeit, mit Milch gefüllte Becher durch einen Parcours zu balancieren.

Auf Milch folgte Käse, nämlich gleich ein ganzes Käserad. Zwar wollte Samy, dem amerikanischen Vorbild folgend, lieber Autoreifen von A nach B transportiert haben, doch ließ sie sich davon überzeugen, dass dafür auch Käseräder prima taugen.

Und weil in dem Bergdorf unterm Almwatz-Baum gefeiert wurde, galt es für die drei konkurrierenden Teams außerdem, das Tanzbein zu schwingen. Auf dem Spielplan stand ein Tanz, bei dem es Knoten in ein Seil zu tanzen galt, ohne dieses loszulassen. Das sollte sich als gar nicht so leicht entpuppen.

Aufgelockert wurde das Abendprogramm mit einem ­Showact der besten Almband überhaupt. Hier gefielen Klausi am Schlagzeug, Tom und Tobi im Dirndl und Frontman Michi mit ihrer „We will rock you“-Version auf den Almwatz-Song. Neugierig auf das Abschlussfest machte die Theatergruppe, die in einem ersten Akt Heidi auf der Bühne auferstehen ließ – und am Sonntag den zweiten Akt folgen lassen wird. Eine Augenweide bildeten zum Abschluss die tanzenden Almgirls.

Zum Tanzen aufgefordert waren danach alle Gäste auf dem Markt- und Rathausplatz, und zwar von der Band „Cube Six“.

Fazit: Ein schöner Abend war’s wieder.

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