Burg Hohenzollern Dodokay macht Lust auf „Dr. Mabuse“

Der Reutlinger Dominik „Dodokay“ Kuhn mag es nicht, wenn die Schwaben als ländlich dargestellt werden.
Der Reutlinger Dominik „Dodokay“ Kuhn mag es nicht, wenn die Schwaben als ländlich dargestellt werden. © Foto: Archiv
Hechingen / Martin Zimmermann 03.07.2018
Die HZ sprach vor der Weltpremiere seines Films „Die 1000 Glotzböbel des Dr. Mabuse“ mit Comedian Dodokay alias Dominik Kuhn.

Das Open-Air-Kino der Burg Hohenzollern zeigt am 7. Juli als Weltpremiere die neu synchronisierte schwäbische Version des Krimi-Klassikers „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“ aus dem Jahr 1960. Die Hauptrolle in dem Werk von Altmeister Fritz Lang spielt Gert Fröbe. Erst nach dieser Vorstellung kommt „Die 1000 Glotzböbbel vom Dr. Mabuse“ offiziell in die Kinos. Die HZ sprach vorab mit dem Reutlinger Comedian Dodokay alias Dominik Kuhn.

Wie kam es zu der Synchronisation Ihres ersten Langfilms?

Dominik Kuhn: Seit meinen Youtube-Clips gab es immer wieder Anfragen, einen Langfilm zu machen. Die Rechte waren aber immer sehr schwierig zu bekommen. Dann habe ich Alice Brauner, die Tochter des Filmproduzenten Artur Brauner, kennengelernt, und mit Dr. Mabuse hat es einfach gepasst.

Um welchen Dr. Mabuse-Film handelt es sich?

„Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“ ist eine Fortsetzung von Fritz Lang aus dem Jahr 1960, entstanden 30 Jahre nach seinem ersten Mabuse-Stummfilm. Im Stil erinnert es an die Edgar-Wallace-Filme. In meiner Synchro gibt es natürlich eine neue Story, nämlich die, dass die Schwaben schon in den 1960er- Jahren das Internet erfunden haben. Als Langfilm ist das natürlich anders als bei den Clips, es hat auch ruhige Stellen.

Wie oft haben Sie den Film gesehen?

Professionell sicher an die 100 Mal.

Sie sind als schwäbischer Comedian durch ihre Youtube-Clips bekannt, aber eigentlich Filmemacher…

Stimmt. Ich mache schwäbische Synchros und Auftritte unheimlich gerne, aber ich würde dafür nie meine Filmemacherei aufgeben. Ich habe mich auch nie als Comedian gesehen. Deshalb habe ich auch zwischenzeitlich mal den Stecker gezogen und mit Schwäbisch aufgehört. Inzwischen habe ich einen Weg gefunden, beides unter einen Hut zu bringen.

Sie wollten also nicht den schwäbischen Dialekt promoten?

Richtig. Ich wollte nicht irgendwelche Mundartpublicity machen. Ich fand es halt nur unheimlich lustig.

Hat Sie der Erfolg ihrer Youtube-Videos überrascht?

Als ich vor elf Jahren damit angefangen habe, die Fernsehserie „24“ zu synchronisieren, war es aus Jux und Dollerei. Ich konnte halt als Filmemacher den Schnitt und so. Youtube war ein halbes Jahr alt, und ich hatte auf Anhieb 25 000 Klicks. Da hatte Youtube ja noch viel weniger Zuschauer als heute. Aber im angelsächsischen Raum gab es damals auch schon Klickmillionäre.

Treten Sie mit ihren Shows eigentlich auch in Hamburg auf? Versteht man Sie dort?

Das habe ich noch nicht gemacht, sondern nur im schwäbischen Sprachraum, also auch im bayerischen Allgäu oder in Baden. Ich muss keine 150 Shows im Jahr spielen, weil ich ja noch andere Filme machen will.

Sieht man Sie bald mit einem hochdeutschen Film im Kino?

Es gibt das Projekt Metal Train, eine romantische Komödie, die ich im nächsten Jahr als Koproduktion mit dem SWR drehe, wenn alles klappt. Das ist ein hochdeutscher Film. Ob man mich dort auch vor der Kamera sieht, wird sich noch zeigen – ich habe keine schauspielerischen Ambitionen.

Warum kein schwäbischer Film?

Bisher fiel mir nichts ein, was ich gut fände. Mich ärgert es, wenn die Schwaben klischeehaft ländlich dargestellt werden. So als gäbe es in Stuttgart keine Handys. Wenn ich einmal einen Dialektfilm drehe, werde ich versuchen, das anders zu machen.

Welturaufführung wurde eigens vorverlegt

Dodokay hat seinen Film eigens für das Open-Air-Kino auf der Burg Hohenzollern früher fertiggestellt. Denn die eigentliche Premiere des Films „Die 100 Glotzböbbel des Dr. Mabuse“ ist erst am 30. August in Stuttgart. Dodokay wird mit einigen Stars des Films „Laible und Frisch“ am Samstag vor Ort sein. Welche Schauspieler dies sein werden, könne man noch nicht sagen, Walter Schultheiß und Trudel Wulle wollten kommen, seien aber über 90 Jahre alt. Simon Licht habe am 8. Juli Geburtstag, und Monika Hirschle spiele am selben Abend noch in Stuttgart Theater, deshalb müsse man abwarten, sagte Kinobetreiber Ralf Merkel, der sowohl in Hechingen als auch in Böblingen und in Albstadt Kinos besitzt.

Ralf Merkel und Dodokay haben sich 2013 bei den Dreharbeiten zu „Global Player – wo wir sind isch vorne“ in Hechingen kennengelernt. Ralf Merkel hat Dodokay auch schon als Discjockey engagiert.

Der Vorverkauf für das Open-Air-Kino mit seinen 500 Plätzen im Burghof ist in den Hechinger Kinos. Die Karten für den Freitag, 6. Juli, (The Shape of Water), kosten 12 Euro, für den Samstag, 7. Juli mit zwei Filmen (Laible und Frisch – do goht dr Doig/Die 1000 Glotzböbbel des Dr. Mabuse) kosten 16 Euro. Einlass und Bewirtung im Burghof ist jeweils 20 Uhr, Filmbeginn ist 22 Uhr. Im vergangenen Jahr seien die Karten im Vorverkauf zwei Tage vorher ausverkauft gewesen. Es gibt auf der Burg Hohenzollern eine Abendkasse für Kurzentschlossene.

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