Hechingen Doch nicht so dringend?

Der Regionalverband Neckar-Alb lässt eine Erweiterung des zentralen Versorgungsbereichs um den Standort City-Center nicht zu.
Der Regionalverband Neckar-Alb lässt eine Erweiterung des zentralen Versorgungsbereichs um den Standort City-Center nicht zu. © Foto: Sabine Hegele
Hechingen / SABINE HEGELE 30.10.2014
Wo kann man in Hechingen, immerhin ein Mittelzentrum mit knapp 20000 Einwohnern, eine Munddusche kaufen? Tja. . . Gäbe es noch den electronic store in der Sigmaringer Straße, hätte sich diese Frage nie gestellt.

Manchem Hechinger wird das Gerücht noch präsent sein: Der electronic store in der Sigmaringer Straße sollte einem XXL-Fachmarkt auf dem Grotz-Bumiller-Areal in der Haigerlocher Straße weichen. Dessen waren sich gut unterrichtete Kreise im Sommer 2013 sicher. Gestimmt hat davon nichts - oder doch: Der electronic store musste seine Pforten tatsächlich schließen - ohne dass für ihn in der Stadt Ersatz geschaffen worden wäre, bis heute nicht.

Das mutet jetzt, mehr als ein Jahr danach, sehr unbefriedigend an. Wobei man schon seit September 2013 hätte Bescheid wissen können. Damals nämlich wurde der Wunsch der Stadt Hechingen auf Erweiterung des so genannten zentralen Versorgungsbereichs um den Standort City-Center an der Haigerlocher Straße von der Verbandsversammlung des Regionalverbands Neckar-Alb abschlägig beschieden.

Warum? Weil, so die Begründung, Hechingen hinsichtlich seiner Einzelhandelsumsätze und Zentralität in der Region "weit überdurchschnittlich gut" dastehe. Und das Mittelzentrum bekennenderweise das Ziel verfolge, den Einzelhandel in der Oberstadt stärken zu wollen. Dem würde eine weitere Entwicklung (beispielsweise im Bereich um das City-Center), insbesondere das Ansiedeln zentrenrelevanter Sortimente an anderen Standorten, entgegenstehen.

Die Entscheidung des Regionalverbands hatte einst nicht nur der Stadt Hechingen ganz und gar nicht gefallen - auch Dr. Franz Bumiller war sehr an der Erweiterung des zentralen Versorgungsbereichs an der Haigerlocher Straße gelegen. Dem Vernehmen nach soll der Firmenchef und Unternehmer (efix) große Pläne gehabt haben. Grundlage für eine Anpassung des zentralörtlichen Versorgungskerns könnte, war die Zollernstadt im vergangenen Herbst informiert worden, ein gesamtstädtisches Entwicklungskonzept sein, das, so formulierte es der Regionalverband Neckar-Alb, "alle Bereiche und gesamtstädtischen Entwicklungsperspektiven unter Einbeziehung der Oberstadt berücksichtigt".

Ist ein solches in Arbeit? fragte die HZ jetzt bei der Verwaltung nach. Und erfuhr, dass die für das benannte Gebiet erlassene Veränderungssperre in einem Jahr auslaufe. Bis dahin, kündigt der städtische Pressesprecher Thomas Jauch an, sei geplant, einen Bebauungsplan für das Gebiet aufzustellen. Als Grundlage für so genannte Ergänzungsgebiete, die vergleichbare beziehungsweise teilweise Nutzungen entsprechend eines zentralen Versorgungsbereichs möglich machen könnten.

Konkret ist seit dem vergangenen Jahr aber nichts geschehen? Offensichtlich nicht. Das darf verwundern, war es doch ausdrücklicher - und dringlicher - Wunsch der Stadt, weitere Bereiche in der Unterstadt, den Handelsstandort City-Center mit berücksichtigt, versorgungstechnisch erschließen zu dürfen.

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