Bietenhausen Dirigent Joachim Schöpe wechselt Musikverein

Joachim Schöpe (44) dirigiert fortan den Musikverein Bierlingen in seinem Wohnort.
Joachim Schöpe (44) dirigiert fortan den Musikverein Bierlingen in seinem Wohnort. © Foto: Musikschule Sigmaringen
Bietenhausen / Melanie Steitz 13.12.2018
Der 44-jährige Dirigent Joachim Schöpe wechselt nach zehn Jahren vom Musikverein Bietenhausen zum Pendant in Bierlingen.

Blicken Sie mit Wehmut auf Ihr letztes Konzert mit dem Musikverein Bietenhausen?

Joachim Schöpe: Klar, habe ich auf jeden Fall ein bisschen Wehmut, denn es waren zehn sehr schöne Jahre in Bietenhausen, die ich nicht missen möchte. Ich habe mit der Kapelle musikalisch doch Einiges erreicht. Es war eine unglaubliche Motivation da. Und deshalb kann ich schon sagen, dass auf jeden Fall nach dem Konzert ein bisschen Wehmut da sein wird, ich mich aber auf die neue Aufgabe beim Musikverein Bierlingen auch schon freue.

Haben Sie ein Angebot von einem anderen Musikverein bekommen oder gibt es einen anderen Grund für Ihren Abschied?

Ich löse nun den musikalischen Leiter Roland Oswald ab. Der Grund war eigentlich der, dass die Musikkapelle in Bierlingen wesentlich größer ist und vor allem auch musikalisch sozusagen in einer anderen Liga spielt. Und durch die Tatsache, dass ich in Starzach sesshaft bin, habe ich da einfach gedacht, ich würde mich einfach mal bewerben. Wenn es nicht geklappt hätte, wäre das für mich auch kein Problem gewesen. Das habe ich dem Musikverein Bietenhausen auch so gesagt, dass ich dann mit vollem Elan in Bietenhausen weiterarbeiten werde. Das war für mich einfach die Möglichkeit, im eigenen Wohnort eine neue musikalische Herausforderung zu suchen.

Was haben Sie am Musikverein Bietenhausen geschätzt?

Mit 30 Mann in der Kapelle kann man schon ordentlich Musik machen, auch wenn die Ausgewogenheit des Orchesters schwierig war. Wir waren teilweise schon dünn besetzt, zum Beispiel in den Klarinetten sowie an der Tuba.

Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Welche Akzente haben Sie währenddessen gesetzt?

Gut, was wir in den vergangenen zwei Jahren extrem ausgebaut beziehungsweise verbessert haben, ist der ganze Bereich der Unterhaltungsmusik. Wir haben an gewissen Showelementen gearbeitet und daran, dass diese Musik auch fürs Auge dementsprechend verpackt wird. Wir haben versucht, das Publikum noch mehr mitzureißen, wobei es auch um Stimmung und Spaß ging. Was mich extrem gefreut hat, war, dass meine Musiker da immer extrem mitgezogen haben und Spaß daran gefunden haben, als sie merkten, wie das Publikum das annimmt. Da hatten wir schon einige sehr tolle Momente. Ich denke, jetzt einfach einmal an die Auftritte beim Bachkuchefescht in Höfendorf oder dieses Jahr im Oktober in Sulz-Bergfelden, als wir den Samstagabend mit drei anderen Kapellen gestaltet haben. Das waren schon richtig tolle Erlebnisse.

Ist Ihr Nachfolger schon bekannt?

Ja, mein Nachfolger ist schon bekannt. Das hat mich auch wirklich sehr gefreut, dass die Bietenhausener dann Bewerbungen für das Dirigentenamt erhielten, als sie die vakante Stelle ausschrieben. Mein Nachfolger ist Oliver Simmendinger. Das freut mich sehr, dass die Musiker sich für ihn entschieden haben, weil ich ihn kenne und auch sehr schätze. Ich weiß, dass er musikalisch und kameradschaftlich sehr gut zu der Kapelle passt. Beim Konzert am Samstag wird es dann eine sogenannte Stabübergabe geben. Das heißt, der neue Dirigent wird im Rahmen des Konzertes den Marsch dirigieren.

Wurde Herr Simmendinger aus dem Musikverein Bietenhausen rekrutiert?

Nein, er ist ein Externer. Er ist wohnhaft in Jungingen und leitet in Bierlingen an der Schule die Bläserklasse, beim Musikverein Bierlingen das Vorstufenorchester und im Zollernalbkreis einige Chöre und ist so in der Region ein bisschen bekannt.

Sie treten am Samstag mit vielen anderen Musikern auf. Was bedeutet es Ihnen, die Unterstützung Ihrer Wegbegleiter zu erfahren?

Das bedeutet mir ziemlich viel, einfach einen schönen und unvergesslichen Abschluss zu haben – auch mit den Bürgern aus dem Ortsteil Bietenhausen, bei denen ich mich schon sehr wohl gefühlt habe. Hart kenne ich auch sehr gut und freue mich daher sehr darauf, in dieser größeren Gruppe einen schönen Abschluss in Bietenhausen zu erleben. Aber was heißt schon Abschluss? Ich bin ja nicht aus der Welt, man sieht sich ja trotzdem noch. Die Kontakte bleiben auf jeden Fall bestehen.

Auf was dürfen sich die Konzertbesucher freuen?

Ich kann nun vor allem für den Musikverein Bietenhausen reden. Es gibt einen kleinen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre. Wir haben also ein Programm aus diesem gesamten Zeitraum zusammengestellt. Es gibt den Festprolog von Martin Scherbacher, der neu ist und den wir noch nie gespielt haben. Und ansonsten geht es los bei 2008, von den Titeln „Concerto d’Amore“ über „Der mit dem Wolf tanzt“ und „Blues Brother’s Revue“, die wir 2012 vorgeführt haben, bis hin zur „Starzeltal-Polka“, die ich nochmals ins Programm aufgenommen habe, weil ich dieses Stück 2013 für die Musikkapelle Bietenhausen geschrieben habe. Deswegen würde ich diese gern als letztes Stück zum Besten geben.

Musikalische Stationen des Dirigenten

Der 44-jährige Joachim Schöpe wurde in Tübingen geboren. Sein Schlagzeugstudium absolvierte er von 1995 bis 1999 an der Musikhochschule Nürnberg. Mit den Abschlüssen des Diplom-Musiklehrers sowie Diplom­-Orchestermusikers ist Joachim Schöpe seit 1999 als Dirigent bei verschiedenen Musikvereinen (MV) tätig. Derzeit arbeitet er beim MV Bierlingen, MV Weilstetten sowie (noch) beim MV Bietenhausen. Seit 2004 arbeitet er als Schlagzeuglehrer an der Musikschule Sigmaringen. Er unternahm Konzertreisen mit Orchestern nach Amerika, Kanada, Brasilien, China, Südafrika und in die Länder Europas. Seit 2016 ist er Mitgesellschafter beim Musikverlag Scherbacher.

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