Hechingen „We pray“: Gospelchor berührt ganz tief

Der Hechinger Gospelchor begeisterte seine Anhänger beim Benefizkonzert in der Nikolauskirche in Boll mit einem mitreißenden Auftritt unter der Regie von Stiftskantor Mario Peters.
Der Hechinger Gospelchor begeisterte seine Anhänger beim Benefizkonzert in der Nikolauskirche in Boll mit einem mitreißenden Auftritt unter der Regie von Stiftskantor Mario Peters. © Foto: Diana Maute
Hechingen / Diana Maute 10.07.2018
Unter dem Motto „We pray“ gab der Gospelchor Hechingen sein Jahreskonzert in der Nikolauskirche in Boll.

Musik muss berühren, um authentisch zu sein. Sie muss dem Ausdruck verleihen, was ganz tief im Menschen verankert ist. So tief wie ein Gebet, das von Herzen kommt. Kein Wunder also, dass der Gospelchor Hechingen sein Konzert mit den Worten „We pray“ überschrieben hat. Zu den Klängen des gleichnamigen Liedes zogen die Sängerinnen und Sänger am Sonntag in die Nikolauskirche in Boll ein, wo ein großes Publikum auf sie wartete, das sich vom ersten Ton an von den facettenreichen Songs mitreißen ließ.

Wer den Hechinger Gospelchor, der seit seiner Gründung unter der Leitung von Stiftskantor Mario Peters steht, kennt, der weiß: Hier wird das ureigenste Instrument des Menschen, die Stimme, dazu benutzt, Gefühle nach außen zu transportieren, Grenzen zu überwinden und einer Spiritualität Ausdruck zu verleihen, die sich durch nichts so gut vermitteln lässt wie durch Gesang.

Die Lieder, die beim Benefizkonzert erklangen, bestechen nicht nur durch Energie und intensive Rhythmik, sondern auch durch berührende Texte. Wie in Gebeten werde darin „gedankt, hinterfragt, gepriesen und gelobt“, fasste es Chormanagerin Gudrun Röderer, die durch das Programm führte, zusammen. Gebetet werde überall auf der Welt in verschiedensten Sprachen. „Wer richtig singt, betet doppelt“, betonte Röderer. Dabei gelte es nicht nur, den Ton zu treffen, es gehe auch darum, die Lieder richtig zu interpretieren. „Wir wollen beides!“, betonte sie. Ein Anspruch, dem der Gospelchor beim Benefizkonzert einmal mehr gerecht wurde.

Mitreißende Lieder wie das populäre „Africa“, bei dem die Sängerinnen und Sänger mit vollem Körpereinsatz den Klang von Regentropfen herbeizauberten, begeisterten ebenso wie emotionale, hoffnungsfrohe Songs wie „You raise me up.“ Überhaupt zeigte der Chor sein ganzes musikalisches Spektrum, präsentierte neben englischsprachigen Liedern auch die musikalische Vielfalt Afrikas. So erklang etwa das „Vater unser“, das auf der ganzen Welt gebetet wird, als „Baba Yetu“ auf Swahili; die Nationalhymne „Nkosi sikele“ entführte nach Südafrika. Stücke wie „Amani“ oder „Bra Jesus ho“ zauberten mit von tiefem Glauben zeugenden Texten und intensiven Trommelrhythmen die Lebensfreude des afrikanischen Kontinents in den Kirchenraum.

Mit „Lena’s Song“, in dem es heißt „Fly with me“ verlieh der Chor seiner Musik Flügel, um so ein Gefühl von Himmel und grenzenloser Freiheit spüren zu lassen

Klassische Gospels wie „Highway to heaven“ oder „It’s me oh Lord“ zeugen vom Vertrauen auf Gott und der Kraft des Gebets. Vom Chor mit unnachahmlicher Hingabe gesungen, ließen diese Lieder die Zuhörer erfahren, dass Gospelmusik etwas Ganzheitliches ist, das Lebendigkeit spüren lässt, Botschaften transportiert, Glauben ausdrückt, „Spirit“ versprüht und in der Rhythmik aufgeht.

Immer wieder waren auch die Zuhörer zum Mitsingen und Mitklatschen eingeladen. So manches Lied wurde durch seine Botschaft und deren temperamentvoller Umsetzung von einer Woge von Emotionen getragen, die auch nach dem Verklingen des letzten Tons noch nicht abebben wollte. Tosender Applaus war der Lohn für die Sängerinnen und Sänger, die mit ihrem Auftritt das Publikum begeisterten und mehrere Zugaben gewährten.

Info „Gospel ist Leben“, so lautet das Motto des Hechinger Chors. Und Leben – das beinhaltet auch Nächstenliebe. Der Erlös des Benefizkonzertes kommt deshalb der Hilfsorganisation „Kinder brauchen Frieden“ und dem Hechinger Tafelladen zugute.

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