Rangendingen Die Zirkusnummern sitzen

Rangendingen / ANDREA SPATZAL 31.08.2012
"Das klappt doch schon prima." Lob verteilt der gestrenge Zirkusdirektor Dominik Prinz nur sparsam. Schließlich sollen die Zirkusnummern sitzen, die die Rangendinger Ferienspielkinder heute aufführen wollen.

90 Kinder sitzen in der Sporthalle. Es ist mucksmäuschenstill. Alle Augen sind auf die kleine Bühne gerichtet. Nacheinander erklimmen zwei, manchmal auch drei oder vier Kinder das Podest. Alle haben sie eine Zirkusnummer einstudiert. Alle sind voller Eifer dabei und voller Vorfreude auf die beiden öffentlichen Vorstellungen, die sie heute Abend um 16.30 und um 19 Uhr geben wollen. Ein Zirkuszelt wird heute auf jeden Fall aufgestellt, ob in oder vor der Rangendinger Turn- und Festhalle wird je nach Wetterlage kurzfristig entschieden.

Zirkusdirektor Dominik Prinz ist streng. Ihm entgeht nichts. Jede falsche Drehung, jede falsche Handbewegung wird sofort korrigiert. Die Arbeit mit dem Theaterzirkus Prinz fordert den 60 Kindern - die jüngsten sind erst sechs Jahre alt - einiges an Disziplin und Konzentration ab. "ganz schön anspruchsvoll", findet Nadine Mesam. Als Leiterin des Rangendinger Jugendbüros ist sie verantwortlich für die Ferienspiele. In diesem Jahr kommt sie mit einem kleineren Betreuerteam aus, weil ja der Theaterzirkus aus Waldshut mit einer eigenen Truppe angereist ist. Aber gerade weil es in der Mitspiel-arena konzentriert und diszipliniert zur Sache geht, ist Bastelspaß, Spiel und Bewegung als Ausgleich besonders wichtig. "Das brauchen und wollen die Kinder", sagt Nadine Mesam. Für diese regelmäßigen Entspannungspausen sorgen sie und ihr Team jeden Tag.

Vor allem aber seien die Kinder jetzt "sehr aufgeregt". "Sie freuen sich auf die Vorstellungen", weiß die Jugendleiterin. Bei einem Elternabend am Mittwoch sei die Resonanz auf das Zirkusprojekt positiv gewesen und so hofft die Truppe auf ein großes Publikum in beiden Vorstellungen.

Die Kunststücke, die die Kinder heute vorführen werden, sind einen Besuch im Theaterzirkus allemal wert. Drei reizende Fakirinnen werden zu bestaunen sein, die auf Glasscherben und Nagelbrett liegen, vier Feuerkünstler, die unerschrocken mit Flammen hantieren, zwei Karaoke-Sängerinnen mit Talent und zwei Clowns mit einem Wasserproblem, akrobatische Einlagen und viele geheimnisvolle Zauberstücke mit bunten Tüchern, Federn und gefährlichen Degen kurz: alles, was ein rundes Manegenprogramm ausmacht.

Die Kinder hätten sich am Montag selbst relativ gleichmäßig auf die vier Bereiche Artistik, Akrobatik, Zauberei und Clownerie verteilt, stellt Betreuerin Annkatrin Schilling fest. Viel Mühe, Eifer und Geduld haben die 90 Kinder in die Probenarbeit gesteckt. Der gestrige Durchlauf klappte schon sehr gut - so dass der heutigen Premiere nichts mehr im Wege steht.

Einen Theaterzirkus wird es bei den nächsten Ferienspielen voraussichtlich nicht wieder geben. Geplant ist zunächst wieder ein "Klassiker" mit Bastel-, Spiel- und Sportangeboten. Weiter will Nadine Mesam nicht vorgreifen, aber sie kann sich gut vorstellen, dass man in drei, vier Jahren auch mal wieder etwas "völlig anderes" auf die Beine stellen könnte.

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