Der Hechinger Stadtteil Weilheim ist am übernächsten Wochenende ziemlich fest in Narrenhand: Die Hutzlabäuch feiern ihren Eintritt ins Twen-Alter. Angemeldet haben sich für den Geburtstag 54 Zünfte und Gruppen mit zusammen etwa 2500 Mitgliedern. Wenn alle kommen, sind mehr als dreimal so viele Gäste in Weilheim als Einwohner.

Erst eine Gemeinschaft

Im Jahr 2000 schlossen sich einige an der Fasnet und am Brauchtum interessierte Weilheimer zusammen und gründeten eine Narrengemeinschaft, nachdem sie ihre Fasnetsfigur geschaffen hatten. Das war die Geburtsstunde der Hutzlabäuch! Der Name rührt her von den Hutzeln, also getrockneten Birnen und Zwetschgen, die sich zu früheren Zeiten in Weilheim besonders großer Beliebtheit erfreut hatten.

Entsprechend stellt die aus Holz geschnitzte Maske eine getrocknete Birne, eine Hutzel, dar. Das Häs symbolisiert einen Birnbaum mit Herbstlaub. Vorsitzender der Narrengemeinschaft wurde Ralf Rötzel. 2004 gründete sich der Verein Weilheimer Hutzlabäuch. Die Vorsitzende, die Oberhutzel, wurde Rosi Wiest, die dieses Amt heute noch bekleidet! Zwei Jahre nach der Vereinsgründung wurde eine weitere Narrenfigur ins Leben gerufen. Das Bühlmale ist ein Waldgeist und spukte angeblich in einem Wald bei Weilheim und erschreckte Forstleute und Wanderer. Die Maske des Unholds hat wenig einladende Gesichtszüge.

125 Mitglieder

Aus den zunächst nur einem guten Dutzend Mitgliedern der Narrengemeinschaft sind mittlerweile 125 Vereinsangehörige, darunter viele Kinder, geworden. 75 Mitglieder sind Maskenträger, sowohl Hutzlabäuch als auch Bühlmale. Kinder ab zwölf Jahren dürfen ebenfalls Masken tragen.

Auch unterm Jahr aktiv

Neben den vielen Umzugsterminen, die der Verein auch außerhalb des Zollernalbkreises bestreitet, ist er auch im Ortsgeschehen eine feste Größe. Ob Teilnahme am Weihnachtsmarkt, Scheunen- und Dorffest oder Bewirtung am 1. Mai an der Großholzhütte, die Hutzlabäuch stemmen es! Bei Veranstaltungen anderer Vereine klinken sich die Närrinnen und Narren ein und helfen mit. „Das beruht auf einer gut funktionierenden Gegenseitigkeit, die auch so bleiben soll,“ sagt Rosi Wiest. Bleiben sollen ebenfalls die Vereinsausflüge, die dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen.

Der Verein Vorsitzende: Rosi Wiest, Stellvertreter: Daniel Schäfer, Kassier: Stephan Beck, Schriftführerin: Kathrin Hoch, Festwartin: Iris Seidel, Maskenwart: Gerd Eberwein, Häswartin: Monika Pagel, Jugendwartinnen: Elke Beck-Barbieri und Petra Wiest, Beisitzer: Josef Wolf und Iris Diaz-Garcia.

Brauchtum, Baum, Sturm und Narrenwurm


Das Programm Die Feier beginnt am Freitag, 17. Januar, mit einem Brauchtumsabend. Es gibt Vorführungen durch die Gastzünfte, ein DJ sorgt für die Musik. Weiter geht es am Samstag, 18. Januar, um 18.30 Uhr mit dem Baumstellen und dem Rathaussturm. Für die musikalische Begleitung sorgen in bewährter Weise die Hechinger Schnorchelhuaschter. Im großen Festzelt wird dann weiter gefeiert.

Umzug durchs Dorf Der Sonntag, 19. Januar, beginnt um 9 Uhr mit einer Narrenmesse in der Ortskirche. Um 10.30 Uhr folgt der Zunftmeisterempfang in der Turn- und Festhalle. Punkt 13.30 Uhr startet der Umzug. Entlang der Umzugsstrecke, die am Ortseingang aus Richtung Hechingen beginnen wird, werden Verkaufs- und Verpflegungsstände stehen. Bewirtung wird auch im alten Schulhaus und im Pfarrhaus geboten. Der „Adler“ wird seine Pforten ebenfalls öffnen. Nach dem Umzug gibt es ein geselliges Beisammensein im Festzelt. Es treten viele Tanz- und Musikgruppen auf. Erfreut stellt Rosi Wiest fest: „Viele Weilheimer haben sich bereit erklärt, sowohl beim Umzug, als auch bei den Vorbereitungen mitzuhelfen.“ bu