Stein / Von Diana Maute Eine gute Jahresbilanz, aber zu wenig Helfer: Der Förderverein Römisches Freilichtmuseum wünscht sich mehr Unterstützung.

Eine erfolgreiche Museumssaison, viele schöne Veranstaltungen und große Fortschritte beim Wiederaufbau des Tempelbezirks: Die Bilanz, die der Förderverein Römisches Freilichtmuseum Stein bei seiner Hauptversammlung am Freitagabend zog, kann sich sehen lassen. „Der Förderverein ist in seinem Bemühen, das Museum nicht nur am Leben zu halten, sondern auch voranzubringen, 2018 weitergekommen“, bilanzierte der Vorsitzende Gerd Schollian. Ein Wermutstropfen trübt diese Entwicklung allerdings, denn die Last der vielfältigen Aufgaben ruht auf viel zu wenigen Schultern. „Mehr Mithilfe wäre eine große Entlastung“, appellierte Schollian an alle, sich nach Kräften einzubringen.

Im vergangenen Jahr hielten Veranstaltungen wie das Keltenfest, das große Römerfest, aber auch der reguläre Museumsbetrieb die Helfer auf Trab. Insgesamt 24 000 Besucher wurden 2018 gezählt – im Vergleich zum Vorjahr ein kleiner Zuwachs.

„Seit der Gründung des Vereins im Mai 1977 sind fast 42 Jahre vergangen und vieles ist seither geschehen“, unterstrich Schollian. Um den Verein auch in Zukunft erfolgreich weiterführen zu können, sei innerhalb des Vorstandes lange darüber diskutiert worden, wie ein „gesundes, zukunftsfähiges und funktionierendes System“ mit Umverteilung der Aufgaben aussehen könnte. Primäres Ziel ist die Entlastung des Vorsitzenden. „Bisher hat die Familie Schollian viel auf ihren Schultern getragen“, drückte es Schriftführerin Iris Kappler aus, die den Verein als Anwältin auch in Rechtsfragen berät. Nun habe sich der Vorstand darauf geeinigt, mehrere Teams zu bilden, die ihren jeweils eigenen Kompetenzbereich haben.

Die Gesamtleitung wird nach wie vor in den Händen von Gerd Schollian liegen. Damit ihm mehr Zeit für wichtige Aufgaben wie den Wiederaufbau des Tempelbezirks bleibt, werden sich die einzelnen Teams ab sofort um die Bereiche Außendarstellung, Veranstaltungen, Statistik/EDV, Personalwesen/Kiosk, Bauwesen, Museum und Ausgrabungen kümmern. „So können wir das Lebenswerk von Gerd Schollian und seiner Familie erhalten, weiterführen und sogar ausbauen“, blickte Iris Keppler optimistisch in die Zukunft.

Für den 350 Mitglieder zählenden Verein wäre auch die Gewinnung neuer Mitstreiter enorm wichtig. „Mehr Bedeutung in der Außenwirkung wäre da sicherlich von Vorteil“, konstatierte Schollian. Es seien kaum Helfer da, dabei gebe es gerade jetzt, da der Wiederaufbau des Tempelbezirks viel Arbeit mache, besonders viel zu tun. „Wie wäre es, wenn ein örtlicher Verein mal den Bau eines kleinen Tempels übernehmen würde?“, so seine Idee. Das Material dafür werde gestellt, es bräuchte nur viele fleißige Helfer. Sein Dank galt in dieser Hinsicht Karl-Josef Gönner, der sich seit Jahrzehnten  für das Freilichtmuseum einsetzt und Schollian beim Tempelbezirk gemeinsam mit Bernd Brunner tatkräftig unterstützt. Auch im Kiosk und im Bereich Museumsführungen werden dringend neue Ehrenamtliche gesucht.

Aus dem Bericht von Kassiererin Rosa Maria Schwerda ging hervor, dass der Verein finanziell auf gesunden Füßen steht.

„Auch 2019 wird wieder viel auf uns zukommen“, blickte Schollian nach vorne. Das Grabungsteam werde weiter aktiv sein, und im Tempelbezirk soll bis im Herbst der Rohbau für das „Haus des Priesters“ stehen. Außerdem steht dort der Bau der ersten kleinen Tempel an, für die bereits Sponsoren gefunden wurden. Mit der Lesung von Isabel Holocher-Knosp, die ihren neuen Krimi „Tatort Villa Rustica“ vorstellen wird, lockt am 7. April bereits die erste besondere Veranstaltung. Vorfreude herrscht auch schon auf das Keltenfest am 11./12. Mai.

Schollian geht in sein 43. Jahr als Vorsitzender

Die Wahlen brachten folgende Ergebnisse: Erster Vorsitzender bleibt Gerd Schollian, der dieses Amt bereits rekordverdächtige 42 Jahre ausübt. Neuer zweiter Vorsitzender ist für Johannes Ilg, der nun als Beisitzer tätig ist, Bernd Brunner. Kassiererin Rosa Maria Schwerda, Schriftführerin Iris Kappler und die Beisitzer Nicole Dehner-Schollian, Dieter Haug, Karl Heilemann, Laura Laub, Dr. Hans-Dieter Lehmann, Walter Neidhart-Keuler und Dr. Werner Reus wurden in ihren Ämtern bestätigt. Weiterer neuer Beisitzer ist für Sabrina Danner nun Wolf-Dietrich Herder.