Schon die alten Römer wussten: Media vita in morte sumus – Inmitten des Lebens sind wir vom Tode umfangen. Eine Weisheit wie gemacht für das neueste literarische Werk von Isabel Holocher-Knosp, das auf dem Gelände des Römischen Freilichtmuseums in Stein spielt. Im fröhlichen Getümmel des großen Römerfestes kommt es darin zu einem blutigen Vorfall: Bei einem Schaukampf findet ein Alamannenfürst den Tod. Ein tragisches Unglück? Oder gar ein Verbrechen? Und was haben ein Römerschatz, ein Falke aus Westen und eine antike Fluchtafel mit alldem zu tun?

Diesen und vielen weiteren spannenden Fragen können die Leser im Schwabenkrimi „Tatort Villa Rustica“ nachgehen. Vorgestellt wurde dieser jetzt in der Buchhandlung Teresa Welte, wo Isabel Holocher-Knosp nicht nur Auszüge aus ihrem Buch vortrug, sondern auch die Fragen der Zuhörer beantwortete.

Ein Jahr ist es her, seit die Grundschullehrerin aus Albstadt ihren ersten Krimi „Tatort Hohenzollern“ veröffentlichte. Ihre Leser entführte sie darin auf die Burg und machte sie mit Protagonistin Uschi Lämmle bekannt, die als Hobbydetektivin dem Verbrechen auf der Spur ist. Dieser Stoff kam bei den Lesern so gut an, dass die Autorin jetzt nachgelegt hat. Im März ist ihr jüngstes Werk erschienen, in dem Uschi Lämmle diesmal mitten unter Römern und Alamannen ihren kriminalistischen Spürsinn beweist.

Im Rahmen der Buchvorstellung verriet Isabel Holocher-Knosp, dass sie den Schauplatz ihres neuen Krimis nicht zufällig nach Stein verlegt hat. Zum einen bleibt sie damit der Region treu, zum anderen ist sie persönlich fasziniert von der Villa Rustica, ihrer Mystik und Ausstrahlung. „Es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre da oben, man fühlt sich dort einfach wohl“, beschrieb sie ihr Empfinden. Wenn heutzutage oft von „Kraftorten“ die Rede sei, gehöre für sie neben der Burg Hohenzollern eindeutig auch die Villa Rustica dazu. „Kein Wunder, dass die Römer vor 2000 Jahren genau dort gesiedelt haben“, so die Autorin.

Das Interesse an der römischen Kultur und Geschichte wurden bei Isabel Holocher-Knosp schon während ihrer Schulzeit am Gymnasium Hechingen geweckt. „Alf Müller aus Boll war mein Lateinlehrer; er hat es geschafft, mich für die Sprache und die Römer zu begeistern“, erklärte sie. Ihm sei das Buch gewidmet.

Gleich zu Beginn des Krimis, der an einem Wochenende im August beim großen Römerfest spielt, zeigt sich, wie aktuell und gut recherchiert die Geschichte daher kommt. Denn schon die erste Szene beschreibt die Umgebung bis ins Detail: „Der Heilige Bezirk glich noch einer Baustelle“, heißt es da. Eine Feststellung, die bei Römerchef Gerd Schollian, der bei der Lesung im Publikum weilte, zustimmendes Nicken hervorrief.

Um die Örtlichkeiten möglichst authentisch zu beschreiben, hat sich Isabel Holocher-Knosp in Stein ganz genau umgesehen und sich beim jüngsten Römerfest unter das Volk gemischt, um möglichst viel von der besonderen Atmosphäre des Spektakels aufzusaugen. Wie in ihrem ersten Buch hat sie auch diesmal viel Wert auf Lokalkolorit gelegt. So sind immer wieder Passagen eingestreut, in denen sich die Figuren auf Schwäbisch unterhalten. Daneben entführen klirrende Schwertkämpfe, furchteinflößende Gladiatoren und antike schwarze Magie in die spannende Welt der Römer.

„Man kann eigentlich nur danke sagen, dass Sie wieder ein Buch über die Region geschrieben haben“, sprach Teresa Welte der Autorin im Namen aller Leser ihre Anerkennung aus. Letztere dürfen sich übrigens jetzt schon auf den nächsten Krimi aus der Feder von Isabel Holocher-Knosp freuen. Dieser wird, wie sie am Rande der Lesung verriet, im Schloss Sigmaringen spielen.

Weitere Lesungen im Freilichtmuseum


Der Schwabenkrimi „Tatort Villa Rustica“ von Isabel Holocher-Knosp ist im Verlag Oertel u. Spörer erschienen und im Buchhandel erhältlich.

Auch im Römischen Freilichtmuseum in Stein finden die ganze Saison über Lesungen mit der Autorin statt. Premiere war am vergangenen Sonntag, nächster Termin ist der Sonntag, 26. Mai, 15 Uhr.