Hechingen Die Obertorplatz-Tiefgarage ist passé

Ein bisschen Show war auch dabei, als der Hechinger Gemeinderat über die Tiefgarage abstimmte. Nachdem zwei Auszählungen von erhobenen Armen nicht aufgingen, waren beim dritten Anlauf die Tiefgaragengegner zum Aufstehen aufgefordert. Werner Beck (links) und seine Freien Wähler waren freudig dabei.
Ein bisschen Show war auch dabei, als der Hechinger Gemeinderat über die Tiefgarage abstimmte. Nachdem zwei Auszählungen von erhobenen Armen nicht aufgingen, waren beim dritten Anlauf die Tiefgaragengegner zum Aufstehen aufgefordert. Werner Beck (links) und seine Freien Wähler waren freudig dabei. © Foto: Hardy Kromer
Hechingen / Ernst Klett 08.11.2018
Mit einer Mehrheit von 17:12 Stimmen hat der Hechinger Gemeinderat die Obertorplatz-Tiefgarage gekippt.

Jetzt kann es flott an die Neugestaltung des Obertorplatzes gehen. Das Horrorszenario einer mindestens drei Jahre dauernden Riesenbaustelle im Herzen der Hechinger Oberstadt ist Vergangenheit. Denn eine große Mehrheit des Gemeinderates ist dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, den fünfeinhalb Jahre alten Beschluss zur Verwirklichung einer mittlerweile 6,5 Millionen Euro teuren Tiefgarage zu kippen.

Der allgemeine Tenor: In der langen Zeit haben sich neue Fakten eingestellt, es gibt genügend Alternativen, und so kann der Obertorplatz selbst endlich neu gestaltet werden.

Die Freien Wähler haben sich einmütig gegen das Großprojekt ausgesprochen. Auch die Bunte Liste folgte geschlossen dem Aus für die Unterkellerung. Bei der CDU-Fraktion gab es sechs Anhänger der Tiefgarage, und auch der FDP-Stadtrat hielt ihr die Stange. Die SPD war fast geschlossen dafür, nur Ingrid Gruler stimmte gegen das unterirdische Parkhaus. Das macht 17 Jastimmen (Bürgermeister inklusive) für die Aufhebung des Beschlusses von 2013 und zwölf Neinstimmen.

Gekippt hat der Gemeinderat bei der Neugestaltung des Platzes wiederum den Vorschlag der Verwaltung. Die hatte Variante C wollen: Die Durchgangsstraße wird nur leicht in die Mitte gerückt. Das hätte den Vorteil, dass der Bebauungsplan nicht geändert werden muss, was gut ein Jahr Verzögerung bedeuten könnte. Dem Antrag der Freien Wähler für Variante D folgte eine überwältigende Mehrheit von 26 Stadträten. Die besagt: Die Straße wird auf die Westseite gerückt, also dahin, wo die Stadtapotheke und „Das Buch“ sind. Das ergibt dann einen großen, zusammenhängenden Platz.

Enorm fleißig waren die Freien Wähler. Die hatten neben dem Nein zur Tiefgarage gleich drei bereits geprüfte Vorschläge auf Alternativen: ein Teilabbruch des Parkhauses Neustraße mit benutzerfreundlichem Nachfolger, ein Aufrüsten des Parkdecks Münzgasse und ein Miniparkdeck beim „Museum“.

Mit der Annahme des Änderungsantrags zur genauen Prüfung dieser Vorhaben hat sich der Beschlussvorschlag der Verwaltung erübrigt, zusammen mit einem privaten Investor auf dem Firstparkplatz 75 öffentliche Stellplätze im Rahmen einer Wohnbebauung zur installieren.

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