Hechingen Die Stadt holt sich die Hof-Apotheke

Neue Hausherren: Bürgermeister Philipp Hahn (rechts) und der städtische Wirtschaftsförderer Hans Marquart vor der ehemaligen Hof-Apotheke
Neue Hausherren: Bürgermeister Philipp Hahn (rechts) und der städtische Wirtschaftsförderer Hans Marquart vor der ehemaligen Hof-Apotheke © Foto: Hardy Kromer
Hechingen / Hardy Kromer 26.06.2018
Philipp Hahn ersteigert für die Stadt Hechingen die ehemalige Hof-Apotheke. Das Gebot, 286 000 Euro, war konkurrenzlos.

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten: Am Dienstagmorgen um 10.25 hat Rechtspflegerin Kramer der Stadt Hechingen den Zuschlag für das Haus und Grundstück Marktplatz 2, die ehemalige Hof-Apotheke, erteilt.

Sonderlich spannend war der Zwangsvollstreckungstermin beim Amtsgericht Hechingen nicht. Das einzige Gebot gab Bürgermeister Philipp Hahn für die Stadt Hechingen höchstpersönlich ab: 286 000 Euro. Das sind knapp 22 000 Euro mehr als das vom Gericht festgesetzte Mindestgebot. Konkurrenzgebote gab es nicht, obwohl weitere Interessenten im Saal waren. Hahn und sein Wirtschaftsbeauftragter Hans Marquart hatten aber allen bekannten Interessenten vorab signalisiert, dass die Stadt das für die Stadtentwicklung so wichtige Gebäude unbedingt haben wolle und notfalls bis an alle Schmerzgrenzen gehen werde.

Das Zwangsvollstreckungsverfahren hatte seit drei Jahren die Kreissparkasse Tübingen betrieben. Sie ist die Gläubigerbank des bisherigen Hauseigentümers, eines stadtbekannten italienischen Geschäftsmannes mit Nebenwohnsitz auf dem Lindich. Der hatte von Rom aus bis zuletzt alle Register gezogen, um die Versteigerung zu verhindern. Das Hechinger Amtsgericht hatte aber noch am Dienstagmorgen unmittelbar vor dem Termin letzte Einsprüche abgewiesen. Jetzt bleibt dem bisherigen Besitzer nur noch das Rechtsmittel der Zuschlagsbeschwerde.

Bürgermeister Philipp Hahn zeigte sich nach dem Zuschlagsbeschluss „erleichtert“, dass alles so glatt gegangen war. Die variable preisliche Obergrenze, die der Gemeinderat gesetzt hatte, musste bei weitem nicht ausgeschöpft werden.

Seine Nutzungsüberlegungen hat Hahn einstweilen nicht konkretisiert. Im Bürgermeisterwahlkampf hatte er laut über eine mögliche kulturelle Nutzung des Gebäudes im Erdgeschoss (eventuell durch die Volkshochschule) plus Wohnungen und/oder eine Arztpraxen in den oberen Geschossen nachgedacht.

Zunächst einmal muss das denkmalgeschützte Gebäude aus der Zeit um 1800, in dem es 2012 und 2015 brannte, von Grund auf saniert werden.

Die unmittelbare Nachbarschaft hat Bürgermeister Hahn auch schon im Auge. Auch die angrenzende Brandbrache gegenüber vom „Fecker“ in der Marktstraße will sich die Stadt sichern. Mit dem Eigentümer, einem Zimmermann aus dem Landkreis Tübingen, will das Stadtoberhaupt bald in Kontakt treten. Eine Neubebauung in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit einem Bauträger ist avisiert.

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