Die Medienwelt von morgen

Schon der Controller von heute sind wir selbst. Wie siehts morgen aus?
Schon der Controller von heute sind wir selbst. Wie siehts morgen aus?
SWP 28.01.2012

Zeitung, Radio, Fernsehen. Mit Medien beschäftigen wir uns jeden Tag. Doch wie sieht die bunte Medienwelt von morgen aus? Klartext hat sich im Rahmen der Reihe "2050" damit beschäftigt.

Von Christian Steinhilber

Jeder, der regelmäßig mit dem Zug fährt, kennt das: Irgendwann, wenn man ganz traumverloren dasitzt, bekommt man von der Seite einen Ellenbogen zu spüren. Meist wird dieser Anschlag von einem "tschuldigung" und Papiergeraschel begleitet.

Grund: Es findet kein gezieltes Attentat statt - der Sitznachbar versucht nur, seine morgendliche Zeitung im Zug zu lesen. Ein schwieriges Unterfangen! Meist gelingt es nicht und abends, nach Feierabend, kann man dann das gleiche Schauspiel zu Hauf erleben.

Hier wird schon jetzt von den Zeitungen und Nachrichtendiensten eingeschritten. Denn für fast jede Zeitung, so auch für die, die du gerade in Händen hältst, gibt es eine App oder wird es eine geben.

So wird es in Zukunft immer mehr Leute geben, die mit ihren Smartphones oder Tablet-PCs dasitzen, um sich über die neuesten Neuigkeiten zu informieren.

Generell hat sich mit dem Thema Internet und der ständigen Erreichbarkeit der Leute über ihr Handy oder ähnliches, das Thema "Echtzeitübertragung" von Nachrichten in den Vordergrund gedrängt.

Musste man früher noch auf die Nachrichten zu bestimmten Uhrzeiten im Fernsehen und Radio oder auf die Zeitung von morgen warten, genügt heute ein Klick ins "World Wide Web" und man erfährt die neuesten Nachrichten aus der ganzen Welt. Schon seit geraumer Zeit gibt es Dienste fürs Handy und Co., genannt "Live-Ticker", die einem immer die aktuell wichtigsten oder auch unwichtigsten Nachrichten mitteilen.

Für die Zukunft gilt wohl allgemein, dass man vor Informationen kaum sicher ist. Schon heute werden Bildschirme für alle möglichen Oberflächen im Haus entwickelt, wie zum Beispiel für Kühlschränke oder Badezimmerspiegel, damit man gar nichts mehr verpassen kann.

Audionachrichten begleiten uns schon lange überall hin. Man nehme nur das Autoradio. Mittlerweile gibt es aber auch schon Radios in Handys, Armbändern oder das Onlineradio im Netz. In dieser Richtung vermute ich den größten Fortschritt.

Schon heute werden, auf Technikmessen weltweit, Kopfhörer vorgestellt, die perfekt ins eigene Ohr passen. Dazu wurden bestimmte Silikonkopfhörer entwickelt, die man sich ins Ohr steckt und dann mit einer kleinen Pumpe aufpumpt. In wenigen Augenblicken härtet das Material dann aus - individuell an jedes Ohr angepasst.

Aus Actionfilmen und vom Militär kennt man schon lange versteckte Mikrofone und Empfangsgeräte am Körper. Da der Trend Richtung "nano" geht, wird es wohl irgendwann Möglichkeiten geben, Nachrichten über technische Implantate oder über den Schädelknochen selbst zu empfangen.

Film und Fernsehen werden sich neben 3D noch hin zum Fühlen, Schmecken und Riechen entwickeln. Ebenso liegt es im Bereich des Möglichen, das Fernsehprogramm per Abstimmungen selbst zu beeinflussen (in Echtzeit, durch Internetabstimmung oder per Handy). Beispiel hierfür: Individuelle Handlungsstränge, vom Zuschauer bestimmt. Als ob man seinen eigenen Film drehen würde.

In Sachen PC- und Videospiele sind wir schon heute die Controller. So werden Spiele immer realistischer beziehungsweise entführen uns immer mehr in realistisch wirkende Welten.

Medien hängen sehr stark mit technischen Errungenschaften zusammen und so lässt sich nur sehr schlecht vorhersagen, was sich wie ändert. Dass es aber passiert, werden wir sehen. Viel Spaß!

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