Die Zollernstadt hat schon seit vielen, vielen Jahren einen sehr guten Namen in Künstlerkreisen. Dazu hat zuvorderst der Kunstverein, die gewesene Künstlergilde, beigetragen. Doch diese Runde muss schon lange keine Alleingänge mehr machen. Der Kulturverein Hechingen-Villa Eugenia, der auf dem Lindich-Kulturverein fußt, weiß mit einem ausgewählten Programm im Fürstengarten ebenfalls für Publikum zu sorgen. Hinzu kommen mittlerweile weitere private Initiativen, genannt sei nur die Kunstwerkstatt mit Galerie von Ina Simone Petri an der Staig.

Hechingen lässt ihn also munter fahren, den Kulturzug. Und Pausen werden so gut wie nicht gemacht. Nach der überregional Aufmerksamkeit erregenden Kunsthaus-Aktion im Gebäude Marktplatz 3 im Sommer dieses Jahres plant der Hechinger Diplom-Betriebs- und Kommunikationswirt Berd Jaszczurok - bekannt unter anderem als Herausgeber des fast schon legendären "Wonderfitz" - einen ganz besonderen Wurf: Die erste Hechinger Streetart, die am 7. Juli kommenden Jahres von 13 Uhr bis 19 Uhr ablaufen soll.

Der Name sagt eigentlich schon alles: Geboten wird jede Menge Kunst auf der Straße, und zwar im Bereich von der Villa Eugenia bis zum Schlossplatz. Exponate, Installationen und Performances fasst Berd Jaszczurok, künstlerischer Leiter der "Achterbahn durch die Kunst direkt unter freiem Himmel und zum Anfassen" so zusammen: "Die Hechinger Streetart ist ein Kunstevent, bei dem es mehr um die Idee als um das Endergebnis geht. Die Grenze zwischen dem, was Kunst ist und was nicht, ist weniger wichtig. Kunst darf sich nicht hinter dicken Mauern verstecken, Kunst muss öffentlich und für alle zugänglich sein. Darum geht die Kunst in Hechingen auf die Straße." Großen Wert legt der Ausstellungsmacher darauf, dass die Zollernstadt ein viel Volk aus nah und fern anziehendes Ereignis präsentiert, das von Neuheiten und Premieren dominiert wird. Es soll richtig spannend und die Streetart zur Kunstexpedition werden.

Gestaltet werden soll die Straßenkunst von gut 45 Künstlern aus dem gesamten Bundesgebiet, der Schweiz und aus Österreich. Neben Etablierten aus der Riege sollen sich insbesondere auch neue Talente vorstellen. Berd Jaszczurok ist mitten drin in den Abstimmungsgesprächen. Kunstschaffende aus der Region dürfen sich ausdrücklich und besonders melden. Ein Preisgeld winkt nur den Erstplatzierten; alle anderen tragen ihre Kosten selbst. Jeder Künstler erhält bis zu fünf auf vier Meter Fläche für seinen Beitrag. Schön parallel dazu klopft der Streetart-Macher an die Türen potenzieller Sponsoren. Die Sache will schließlich finanziert werden. Geld brauchts unter anderem für die Übernachtung der Künstler (wer gratis einen Platz oder sogar mehr anbieten kann: bitte unbedingt melden!), den Katalog zur Ausstellung und den Securitydienst. Sollte es am Ende einen Überschuss geben, so wird den die Hechinger Lichtstube für ihre Kulturarbeit bekommen. Neben den Hechinger Kunstschaffenden jeglicher Couleur will Berd Jaszczurok im nächsten Sommer sämtliche Cafés und Gaststätten entlang der Oberstadt-Kunstmeile einbeziehen. Die Stadtspitze hat er schon für sich gewonnen: Bürgermeisterin Dorothea Bachmann ist die Schirmherrin der ersten Hechinger Straßenkunst-Ausstellung. Je nach Erfolgsfall, soll die Premiere natürlich kein Einzelkind bleiben: Fortsetzungen mit zwei, maximal drei Jahren Pause sind schon fest vorgesehen.

Die Jury ist schon besetzt

Eine sechsköpfige Jury ist für die erste Hechinger Streetart schon zusammengestellt. Im Gremium vertreten sind die städtische Kulturreferentin Sylvia Sanktjohanser, die städtische Tourismusbeauftragte Sarah Petrasch, die freischaffende Künstlerin Ina Simone Petri, die Mediendesignerin Nadine Ottenbreit, der freischaffende Künstler Klaus Drescher und Berd Jaszczurok, der künstlerische Leiter der Aktion.

Anmelden kann man sich ab sofort, und zwar beim Ausstellungsbüro der Initiative Kunst & Kultur, Frauengartenstraße 34 beziehungsweise Justinus-Kerner-Straße 27 in 72379 Hechingen, Telefonnummern 07471/959397 und 0151/11058897, E-Mail info@hechinger-streetart.de.