Region Die Knöpfle gehören uns genauso

Ihre Knöpflemaschine benutzen Freudemanns regelmäßig.
Ihre Knöpflemaschine benutzen Freudemanns regelmäßig. © Foto: Matthias Badura
Region / MATTHIAS BADURA 29.10.2014
Knöpfle aus der Dreifuß-Knöpflemaschine sind keine Schwenninger Besonderheit. Sie gehören auch im Hohenzollerischen in die traditionelle Küche - stellen Renate und Johann Freudemann fest.

"Spätzle für Minister Bonde" lautete die Überschrift eines Artikels in der HZ-Montagsausgabe (Südwestumschau). Worum ging es dabei? Das Ministerium für ländlichen Raum ließ jüngst alt-schwäbische Küchenrezepte sammeln, um sie vor der Vergessenheit zu bewahren. Dabei stießen die Helfer und Mitarbeiter auf die "Schwenninger Knöpfle" und auf die "selten gewordenen Dreibein-Knöpfle-Maschinen". Leider, leider, so klagte es in dem Beitrag, "finden sich diese mechanischen Apparate kaum noch in irgendwelchen Küchen."

Johann Freudemann, aufmerksamer HZ-Leser aus Ringingen, meldete sich daraufhin bei uns in der Redaktion. Er wies darauf hin, man kenne die Knöpflemaschinen sehr wohl auch in hiesiger Region. Sie würden noch in vielen Küchen benutzt, bei ihm und seiner Frau Renate jede Woche mindestens einmal, im Winter sogar öfter.

Dabei ist Freudemanns Maschine - zur Hochzeit angeschafft - über 40 Jahre alt, eine zweite, die seiner Mutter gehörte, über 60. Dieses ältere Exemplar ließ er restaurieren. Seine Tochter kocht inzwischen damit. Für sie einfach im Kaufhaus ein neues Dreibein zu kaufen, war nicht möglich. Die per Kurbel getriebenen Maschinen werden lange nicht mehr hergestellt. Auf Flohmärkten nach ihnen zu stöbern lohnt sich kaum, die Apparate sind gefragt, die Märkte längst leergefegt. Wer die Dreifüße einst produzierte, bleibt vorerst ein Rätsel, Typenschilder sucht man vergebens.

Was Johann Freudemann angeht, hat er natürlich Recht. Tatsächlich begegnet man den Maschinen in zahlreichen Küchen der Region. Und natürlich kennt man auch rund um den Zoller jene Knöpfle, die sich so auffällig etwa von den badischen unterscheiden: lang wie Spaghetti, dick wie ein kleiner Finger gleiten sie aus der Maschine ins brodelnde Wasser. Anschließend in der Brühe, zur Metzgersuppe, angebraten mit Ei oder auch mit Apfelmus verzehrt - lecker, lecker, lecker, ein Hochgenuss.

Nein, das lassen wir uns von den Schwenningern auf gar keinen Fall streitig machen oder gar nehmen!

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