Die erhitzten Gemüter beruhigen und Vertrauen in die Stadtverwaltung haben. Diese Parole (frei übersetzt durch die HZ!) hat Bürgermeister Philipp Hahn am Donnerstagabend im Gemeinderat ausgegeben. Mit dem Zusatz, dass man sich doch bitte bis zur Offenbarung am 26. Juni gedulden solle. Es geht ums momentan heikelste Thema der zollernstädtischen Kommunalpolitik: Die Frage, wohin die Autos kommen, wenn der Obertorplatz einmal neu gestaltet und autofrei ist. Ende des übernächsten Monats erst will die Stadt fertig sein mit der Untersuchung der Alternativen. Erst, das ist so eine Sache. Man könnte auch schon sagen. Denn der Gemeinderat hat dem Rathaus eine ordentliche Aufgabenliste draufgepackt.

Und nun den Atem anhalten vor lauter Spannung für die nächsten zwölf Wochen? Das ginge zwar in Ordnung und würde dem Frieden in der Stadt nützen, muss aber nicht sein. Denn so überirdisch mannigfaltig sind die Möglichkeiten nun auch nicht, insbesondere für Dauerparker. Penibel nachgezählt, kommt die HZ auf insgesamt sieben Einzelstandorte. Einen hat der Gemeinderat bereits gnadenlos abgelehnt, zwei wackeln heftig bis mittelschwer.

Ein Nein hat die überwältigende Mehrheit des Gemeinderates dem Vorschlag von Stadtoberhaupt Philipp Hahn erteilt, dem neuen Obertorplatz an der Frauengarten- und an der Zollernstraße doch noch flott weitere Parkplätze angedeihen zu lassen. Angedacht waren 24 zusätzliche Stellplätze zu den vier abgesegneten. Das freilich fanden nur der Verwaltungschef, Stadträtin Almut Petersen (Bunte Liste) und, wie sie am Donnerstag beteuerte, SPD-Stadträtin Margret Simoneit prima. Der große Rest des Gremiums blieb beim autofrei und lehnte per ordentlichem Beschluss ab.

Schon bei der Bürgermitwirkung hat man erfahren, dass die Aufstockung des Parkhauses Stadtmitte an der Neustraße wegen der Statik nichts wird. Also hinweg damit. Oder nicht? Der Bürgermeister hat durchblicken lassen, dass noch die Möglichkeit eines Anbaus geprüft wird.

Weiter geht es mit dem Fürstengarten. Direkt neben der Stadthalle war vor unendlich vielen Jahren schon einmal eine Tiefgarage unter der sogenannten Fürstenwiese weit in der Planung vorangekommen. Aber Kosten und Ertrag und vor allem der Schutz des Stadtparks machten einen dicken Strich durch das Vorhaben. Nun wird geprüft, ob in der Verlängerung des Kiesparkplatzes mit Platz für 16 Fahrzeuge in Richtung Orangerie weitere 24 Parkplätze angelegt werden könnten. Der Aufschrei über die weitere Beschlagnahme des Parks ist bislang ausgeblieben. Allerdings hat Obertorplatz-Planer Johann Senner im Gemeinderat schon deutlich gemacht, dass er dieses Vorhaben überhaupt nicht begrüßt, weil es einen Keil zwischen Fürstengarten und Stadt treiben würde – was ja gar nicht geht, weil Park und Obertorplatz noch viel enger zusammenwachsen sollen.

Damit ist der Kreis schon mal auffallend kleiner geworden. Schauen wir auf die beiden Privatprojekte, bei denen sich die Stadt einmieten, -pachten oder -kaufen können will. Im Rahmen der Neubebauung des HZ-Areals sollen direkt am Obertorplatz bis zu 170 unterirdische Stellplätze entstehen. Von denen könnte die Stadt abbekommen. Kleiner bis größerer Haken an der Sache: Eigentlich hätte die Hechinger Firma EJL in diesen Tagen schon fast Richtfest feiern wollen. Aber dann gab es Änderungswünsche seitens der Stadt, und seither herrscht verdächtige Ruhe. Gleich ums Eck soll der Firstplatz ebenfalls privat bebaut werden. Dort wären im Keller 75, wenn nicht sogar 150 öffentliche Stellplätze möglich. Der First soll aber so lange freigehalten werden, wie der Obertorplatz wegen Neugestaltung gesperrt ist. Also mächtig viele Fragezeichen bei den Privaten derzeit.

Wirklich spannend könnte es beim Parkdeck Münzgasse werden. Denn von dort hat man bislang gar nichts gehört. Es wird geprüft, ob aufgestockt oder „ertüchtigt“ werden kann. Schließlich die Nummer 7 in der Liste: die Reserven. Die Stadt ist, gezählt beim Mittwochsmarkt, wenn also viel Volk in der Oberstadt ist, auf noch 75 nicht genutzte Stellplätze gekommen. Und ganz am Schluss bleibt immer noch der gute Rat von Stadtbaumeisterin Helga Monauni, den Bus oder das Rad zu nehmen oder Carsharing zu machen.

75


Parkplätze. Auf diese Zahl ist die Stadt gekommen bei einer Zählung an einem Mittwochvormittag – am Markttag, wenn viel los ist. Es dürfte sich um viele Kurzzeitplätze handeln.