Stetten Die Hecke wird gestutzt, aber nicht entfernt

Der Bebauungsplan „Joseph-Wolf-Straße“ in Stetten: Über die Hecke am Ortsrand wurde ausgiebig diskutiert.
Der Bebauungsplan „Joseph-Wolf-Straße“ in Stetten: Über die Hecke am Ortsrand wurde ausgiebig diskutiert. © Foto: Franz Buckenmaier
Stetten / Franz Buckenmaier 29.06.2018
Die Änderung des Stettener Bebauungsplans „Joseph-Wolf-Straße“ bedeutet einen Eingriff in die Natur.

In der letzten jüngsten Sitzung des Stettener Ortschaftsrates wurde die Änderung des Bebauungsplans „Joseph-Wolf-Straße“ beraten. Nach Eröffnung der Sitzung durch Ortsvorsteher Hannes Reis gab die städtische Fachbereichsleiterin „Bau und Technik“, Helga Monauni, eine Einführung darüber, warum der Bebauungsplan geändert werden soll, und übergab das Wort an Klaus Grossmann, Umweltplanung, aus Balingen, der den Entwurf für die Planänderung aufgestellt hat.

Grossmann erläuterte dem Gremium ausführlich die Verfahrensvermerke, die Rechtsgrundlagen, die planungsrechtlichen Festsetzungen und das Füllschema der Nutzungsschablone. Zum einen will die Stadt die Erweiterung der im Südwesten gelegenen nutzbaren Grundfläche möglich machen, die einer Vergrößerung der Gartennutzflächen dienen soll, zum anderen soll die Bebaubarkeit des nördlich gelegenen Grundstücks attraktiver gestaltet werden. Zur Umsetzung des ersteren Vorhabens soll die Hecke, die als Biotop gemäß Paragrapgh 33 Naturschutzgesetz unter Schutz gestellt ist, weitgehend bis auf zwei Meter Breite zurückgenommen werden. Zur Kompensation soll auf der Westseite der Hochstraße dann auf dem gemeindeeigenen Grundstück eine Hecke angepflanzt werden. Damit soll der Verlust am Heckenbiotop ausgeglichen werden.

Die Eingriffs- und Ausgleichsermittlung zur Bebauungsplanänderung erläuterte Grossmann ebenfalls. Die erheblichen Beeinträchtigungen infolge des Bauvorhabens auf die Schutzgüter Biotop, Boden und Landschaftsbild sollen durch die vorgesehenen Kompensationsmaßnahmen teilweise ausgeglichen werden. Umzusetzen sind sie im selben Jahr, in dem das Bauvorhabens verwirklicht wird.

Eine artenschutzrechtliche Prüfung ist ebenfalls erfolgt. Vier Fledermausarten und 39 Vogelarten wurden im Biotopbereich gesichtet, während Haselmaus und Reptilien kaum vorkommen werden, denn der Lebensraum ist für diese nicht günstig. Die Vegetationsentnahme muss außerhalb der Vogelbrutzeiten erfolgen. Nistkästen sind im nahen Umfeld des Eingriffsorts anzubringen. In der Fragestunde für Bürger brachte ein Besucher vor, dass die Hecke nicht zerstört werden dürfe, weil sie eine natürliche Begrenzung des Dorfes im Westen darstelle. Nach längerer Diskussion im Gremium, in der Helga Monauni und Klaus Grossmann die Fragen ausführlich beantworteten, stimmte der Ortschaftsrat der Bebauungsplanänderung zu.

Bedingung freilich: Der dau-­erhafte Erhalt der Hecke auf den Privatgrundstücken müsse durch den Abschluss von städtebaulichen Verträgen mit den Grundstückseigentümern gesichert werden.

Im Norden des Bebauungsplangebietes soll das dort geplante Wohnhaus ein wenig nach Norden verschoben werden, es soll eine Tiefgarage erhalten und 2,50 Meter niedriger werden als im ursprünglichen Bebauungsplan verzeichnet, also nur eine Höhe von 10,50 Meter bekommen, und ein Pultdach erhalten. Auch dieser Änderung stimmte der Ortschafts-­rat zu.

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