Besondere Betroffenheit löste der Tod von Abdullah Al-Hamid aus. Der Literaturprofessor und Dichter, für dessen Freilassung die Hechinger Gruppe sich seit Jahren eingesetzt hatte, starb nach langer Krankheit im Gefängnis. Nach Angaben von Menschenrechtlern lag die Ursache an der mangelnden medizinischen Versorgung und an den katastrophalen Bedingungen in den saudi-arabischen Gefängnissen.

Für freie saudische Frauen

Viele Jahre lang hat sich Nassima al-Sada dafür eingesetzt, dass Frauen in Saudi-Arabien frei leben und ihre Angelegenheiten ohne „männlichen Vormund“ erledigen können. Nassima wurde wegen ihres friedlichen Engagements im Juli 2018 inhaftiert, und vor wenigen Wochen wurde sie zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

38 Jahre Gefängnis

Die bekannte iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh ist wegen ihres Engagements für Frauenrechte und ihres Einsatzes gegen die Todesstrafe in zwei laut Amnesty International unfairen Gerichtsverfahren zu insgesamt 38 Jahren Gefängnis und 148 Peitschenhieben verurteilt worden. Nachdem sie wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes kurzzeitig das Evin-Gefängnis verlassen durfte, wurde sie wieder dorthin verbracht.

Tausende Kurden in Haft

Doch die düstere Bilanz ist noch nicht fertig: In der Türkei wurden erneut kurdische Oppositionspolitiker, Anwälte und Journalisten zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt, Tausende sind seit vielen Jahren ohne Verfahren in Haft. Verschlechtert hat sich die Menschenrechtssituation laut Amnesty auch in China, wo Kritiker wie Zhang Zhan, die aus Wuhan über Covid19 berichtet hatte, oder Jimmy Lai, der in Hongkong eine regierungskritische Zeitung herausgibt, verhaftet wurden.

Minderheiten auf der Insel

Weiter beklagte die Amnesty-Sprecherin die Verfolgung von Minderheiten wie den Rohingyas, von denen gegenwärtig Tausende auf eine abgelegene, von Überflutung gefährdete Insel gebracht werden. Freiheitsbestrebungen wie in Belarus werden unterdrückt und grausam verfolgt. Der Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos und – ganz aktuell – die dramatische Situation in Bosnien werfen ein Schlaglicht auf den menschenverachtenden Umgang mit Geflüchteten an Europas Grenzen. Die Reihe ließe sich ohne Mühe noch lange fortsetzen.

Großes Engagement

Abschließend bedankte sich Francoise Schenkel, die langjährige Sprecherin der Hechinger Amnesty-Gruppe,  für das „große Engagement und die gute Stimmung in unserer Gruppe“, und betonte die immer wieder zu verzeichnenden Erfolge der Amnesty-Menschenrechtsarbeit, wie etwa durch den jährlichen Briefmarathon, an dem sich die Gruppe im Jahr 2020 mit 300 Briefen beteiligt hat.

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300


Briefe hat die Hechinger Gruppe von Amnesty International im vergangenen Jahr zum jährlichen Briefmarathon der Menschenrechtsorganisation beigetragen. Eine beachtliche Zahl!