Hechingen Die Frau für alle Unterkünfte

Wer bezieht wo Quartier? Annerose Frommer regelt alles. Foto: Bernd Ullrich
Wer bezieht wo Quartier? Annerose Frommer regelt alles. Foto: Bernd Ullrich
Hechingen / BERND ULLRICH 08.08.2012
Seit Jahren sorgt Annerose Frommer, Frau des Turnierdirektors Gerhard Frommer, für die Unterbringung der Spielerinnen und ihres Anhangs bei den Ladies Open. Ein Job, der viel Fingerspitzengefühl erfordert.

"Wie die Jungfer zum Kind" sei sie vor etlichen Jahren zu ihrer Tätigkeit gekommen, bekennt Annerose Frommer freimütig. Nachdem ihre Vorgängerin kurzfristig nicht mehr zur Verfügung stand, sprang sie kurz entschlossen in die Bresche - und füllt diese mittlerweile hervorragend aus. Es gilt ja nicht nur die Spielerinnen unterzubringen, oft reisen noch Familienangehörige und/oder der Trainer mit. Auch Unterkünfte für die Schiedsrichter müssen besorgt werden. Insgesamt sind es bis zu 100 Personen, um die sie sich kümmern muss.

Anfangs hatte sie noch Bedenken, da die Umgangssprache mit vielen Spielerinnen, vor allem mit jenen aus dem Osten, Englisch ist und sie sich nicht sehr firm darin fühlte. Aber ihre Befürchtungen erwiesen sich als absolut haltlos. "Die Verständigung klappt sehr gut", stellt Annerose Frommer fest. Fast nahezu alle Spielerinnen möchten, nicht nur aus Kostengründen, privat untergebracht werden.

Die jungen Damen schätzen durchaus die ihnen in nahezu jedweder Art gebotenen Annehmlichkeiten und den oftmals damit einher gehenden Familienanschluss. Obwohl 14 Haushalte mit zusammen 24 Betten zur Verfügung stehen, reicht dieses Kontingent nicht aus. So steht die "Frau für alle Unterkünfte" mit vier Hotels und Gasthöfen mit Fremdenzimmern in Verbindung. Die werden kurz vor Beginn der Spiele nach ihren Kapazitäten abgefragt. Bei den Privatleuten ruft sie zwei Monate vorher an und erkundigt sich nach ihrer grundsätzlichen Bereitschaft. Einen Monat später wird die Anzahl der möglichen Gäste eruiert und eine Woche vor Turnierbeginn konkretisiert. Wenn sich auch seit kurzem einige Spielerinnen selbst per Internet nach Unterkunftsmöglichkeiten umschauen, bleibt für Annerose Frommer noch genug Arbeit. "Es gibt natürlich Wünsche bezüglich des Hotels und Gasthofes. Das umfasst die Lage der Unterkunft, deren Qualität, der Entfernung zum Tennisplatz und natürlich die Preisgestaltung. Wobei man uns hier mit moderaten Turnierpreisen entgegenkommt."

Manche Spielerinnen reisen früher ab, wollen das Quartier wechseln, mit einer Freundin zusammen sein oder sich separieren. "So nahezu 98 Prozent aller Wünsche kann ich erfüllen", meint Annerose Frommer und telefoniert schon mit dem nächsten Hotel und den nächsten Gasteltern. Von denen sind manche auch bereit, einen Wechsel mitzumachen und das Zimmer nochmals neu herzurichten.

Schon im Vorfeld wird versucht, die Wünsche und Vorstellungen von Gast und Gastgeber unter einen Hut zu bringen. "Das klappt in aller Regel. Und sollte es ausnahmsweise einmal nicht optimal funktionieren, gibt es immer eine Lösung zur beiderseitigen Zufriedenheit."

Nachdem vor Jahren zwei Spielerinnen nach dem Kinobesuch nach Hause wollten, aber weder Namen des Gastgebers noch Adresse wussten und nur mit Mühe und durch viel Glück ihr Gastheim in einigermaßen vertretbarer Zeit wieder fanden, hat Annerose Frommer sich etwas angewöhnt: "Jede Spielerin bekommt nach dem Einschreiben in die Turnierliste von mir einen Zettel mit Namen, Adresse und Telefonnummer der Gasteltern. Und seit dieses Papierchen im Geldbeutel mitgenommen wird, ist niemand mehr verloren gegangen", lacht sie und wendet sich einer Spielerin zu, die gerne mit einer Freundin zusammen ziehen möchte.

Und Annerose Frommer wird nichts unversucht lassen, auch diesen Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen.