Die Bundesbank will die Zügel nicht lockern

KLE 21.01.2014

Alte Bekannte Rudolf Böhmler, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, kennt Hechingen und dessen Bürgermeisterin - er war sieben Jahre der Chef von Dorothea Bachmann im Stuttgarter Staatsministerium. Von dort kennt er ebenso den neuen Ersten Beigeordneten der Stadt Hechingen, Philipp Hahn, und Böhmler kennt außerdem den Tübinger Regierungspräsidenten Hermann Strampfer, der gestern Abend ebenfalls beim Neujahrs-Bürgertreff war. Lauter alte Bekannte also, und der Festredner war ein weiterer Beweis dafür, dass es das Hechinger Stadtoberhaupt mit den Leuten im Volk genauso gut kann, wie mit denen, die das große Geld verteilen.

Keine Entwarnung Finanzpolitik ist ein weites und ein oft schwer zu durchschauendes Feld. Rudolf Böhmler hat es seinen Zuhörern aber in großen Teilen leicht gemacht - auch wer zu den vielen Nichtexperten gehört, hat seine Botschaft verstanden. Die hatte rein gar nichts mit der üblen Phrasendrescherei beim Blick auf die Krisenstaaten gemein. Der Gast aus Frankfurt machte es vornehm und sachlich und ließ trotzdem nicht den Hauch eines Zweifels daran aufkommen, dass die Staatsschuldenkrise auf dem alten Kontinent noch lange nicht abgehakt werden darf. Man müsse vorsichtig sein, die Wende sei nicht unbedingt schon geschafft, warnte Böhmler.

In Treue zum Euro Bis die Fiskalunion in Europa einzieht, wird es aus Sicht des Bundesbank-Experten noch lange dauern. Deshalb müssen andere Dinge greifen, um bislang ungebremsten Staatsverschuldungen einen Riegel vorzuschieben: Entscheidungsfreiheit, Kontrolle und Haftung sollen im Einklang sein. Das greift zwar schon, aber noch nicht ausreichend, weiß Rudolf Böhmler. Und dies bedeutet: Jetzt nur nicht die Zügel lockern. Doch wenn Böhmler auch ein Vorsichtiger und ein Warner ist, eines hat er seinen Zuhörern versichert: Am Euro führt kein Weg vorbei, ein Austritt aus der Währungsunion würde ins Desaster führen. Politisch wie ökonomisch.

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