Metzingen/Reutlingen Die Beilschläge hätten tödlich enden können

NORBERT LEISTER 13.07.2015
Schlussendlich alles halb so wild? Die Beilschläge des 29-Jährigen hätten auch tödlich ausgehen können, hieß es vor dem Amtsgericht Reutlingen.

Es sei auszuschließen, dass der Angeklagte mit der scharfen Seite des etwa 30 Zentimeter großen Beils auf die Opfer eingeschlagen hat, betonte die gerichtsmedizinische Sachverständige vor dem Amtsgericht Reutlingen. Eine dreieinhalb Zentimeter lange Wunde hatte der 29-jährige Metzinger dem Hauptgeschädigten zugefügt. Aber: Ein Schlag mit einem 500 bis 1000 Gramm schweren Beil "kann immer zu einem Schädelbruch führen", die Stärke des Schlages sei nicht so zu regulieren.

Hatte das Opfer also einfach Glück in jener Nacht des 13. Dezember 2014? Der 29-jährige Metzinger hatte einen Anruf erhalten, sein Bruder werde vor einer Disko in Reutlingen zusammengeschlagen. Der Angeklagte machte sich sofort auf den Weg. Fatal: Beim Verlassen der Lokalität entdeckte er neben einem Ofen ein Spaltbeil und steckte es ein. Kurz vor der Disko traf er auf eine Gruppe Angetrunkener. Es kam zu Pöbeleien. Der Angeklagte zückte das Beil und fuchtelte damit herum. Zwei Männer aus der Gruppe wurden verletzt.

Verurteilt wurde der Angeklagte nun zu zwei Jahren und sieben Monaten Haftstrafe. "Weil man nicht ungestraft mit einem Beil durch die Gegend laufen und damit Menschen verletzen kann", so der Richter. Strafverschärfend kam hinzu, dass der Angeklagte einschlägig vorbestraft war und unter dreifacher Bewährung stand.