Der in Hechingen lebende Elias Al-Aswad erhielt die Nachricht am Dienstag: Er darf die von ihm angestrebte Ausbildung zum Altenpfleger bei der Sozialstation St. Franziskus in Burladingen antreten. Damit ging wenige Tage nach seinem Geburtstag der größte Wunsch des vormaligen Asylbewerbers in Erfüllung: arbeiten dürfen. Vorgestern stand das noch auf der Kippe. Doch es ist eine Geschichte mit gutem Ausgang, eine Geschichte von Solidarität und Freundschaft. Und ein kleiner Abglanz davon fällt auch auf die HZ.

Der Reihe nach: Elias Al-Aswad, floh aus Syrien, lebt seit drei Jahren in Deutschland und seit geraumer Zeit in Hechingen. Die Vorstellung in seinem früheren Beruf als Kameramann arbeiten zu können, war illusorisch. Umso fleißiger büffelte er Deutsch, hielt sich fit, ging joggen, spurtete den Zoller hinauf. Dort bat ihn eines Tages eine Gruppe, ob er nicht ein Foto von ihnen schießen könne. Diese Begegnung war sicher einer der entscheidensten Momente seines Lebens, die winzige Sekunde, die zuweilen das Glück von Pech trennt.

Bei der Gruppe handelte es sich um die Läufer der LG Steinlach. Sofort war man sich sympathisch, der sportliche Syrer wurde umgehend in die Mannschaft eingegliedert. Doch man trainierte nicht nur gemeinsam, die Alt-LG-ler nahmen den Neuen auch sonst unter die Fittiche, betreuten ihn, halfen ihm beim Sprachunterricht. Schon glaubte man, Elias Al-Aswad sogar eine Lehrstelle als Altenpfleger vermitteln zu können. Doch es war zu spät. Von anderen Zugangshürden wie fehlenden Papieren abgesehen, waren zu der Zeit schon alle in Frage kommenden Stellen in der Nähe Hechingens vergeben.

Es war die HZ, die über dieses Pech berichtete. Dabei ahnte sie ihrerseits nicht, dass Jakob Nadler, Vorsitzender der Sozialstation in Burladingen, diesen Artikel las - und zu der Zeit händeringend nach einem Ersatz für einen Auszubildenden suchte, der ihm gerade "abgesprungen" war.

Nur wenige Tage später begleitete der Syrer eines der Teams von St. Franziskus auf seiner Tour. Schon am ersten Abend, so erzählt er, habe er gewusst, dass er nun seine Bestimmung in Deutschland gefunden hatte. Für Jakob Nadler und seine Leute wiederum war klar: Das ist der Richtige, den wollen wir haben!

Fraglich hingegen, ob eine Schule den Auszubildenden aufnehmen würde, zumal so kurzfristig. Doch es kam, wie es insgeheim jeder der Beteiligten erwartet hatte: Die Alice-Salomon-Schule, personifziert durch Rektor Karl-Heinz Rauch, räumte alle behördlichen Steine aus dem Weg. Der Syrer mache einen vorbildlichen Eindruck auf ihn, meinte Rauch gestern gegenüber der HZ. Auch beeindrucke ihn das soziale Netz, in dem er aufgehoben sei. Damit meinte Rauch die LG Steinlach.

Vergangene Woche bereitete die LG Steinlach dem gerührten Elias Al-Aswad nach dem Training im Weiherstadion eine Überraschungsparty zu seinem 40. Geburtstag. Am Dienstag erhielt er nun wie gesagt die Zusage aus der Alice-Salomon-Schule. Schon in einem Jahr kann er Pflegehelfer und in drei Jahren Altenpfleger sein. Ende gut, alles gut.