Hechingen / Von KS Mit der Performance „Ans Licht“ wurde in der St.-Luzen-Kirche die Karwoche ganz jugendgerecht begonnen.

Ein Jugendkreuzweg der besonderen Art, vor allem was die Musik anbelangt, fand am Abend des Palmsonntag in der Klosterkirche St. Luzen statt. „Ans Licht“ hieß die ökumenische Veranstaltung, die Stadtpfarrer Michael Knaus einfädelte und die von rund 60 Jugendlichen und Erwachsenen besucht wurde.

Luis Reichard, Martin Schmidt und Ian Alexander Griffiths – so heißen die drei Jungs von der aus Köln stammenden Band – zeigten, wie vielfältig und vor allem soundtrackartig die Musik zur Passionszeit sein kann. „Eingängig soll die Musik sein, aber nicht niveaulos“, sagte Luis Reichard, der zusammen mit den anderen beiden Bandmitgliedern an der Kölner Musikhochschule studierte. Will heißen: Hip, aber nicht übertrieben, christlich, aber nicht peinlich und cool, aber nicht unangemessen. Zum Nachdenken animierten die von Luis Reichard selbst verfassten und subjektiv gehaltenen Textpassagen, die vom Erleben dieses Kreuzweges erzählen und von Pfarrer Knaus vorgetragen wurden.

Abstufungen von Dunkelheit und Licht kennzeichnen die Schwarz-Weiß-Bilder zum ökumenischen Jugendkreuzweg, die die Band auf eine Leinwand projizierte. Nur wenige Elemente kommen laut der Band in den Fotografie-Malereien von Ben Willikens vor: Minimalistisch und schlicht, aber präzise und warm öffneten sie den Gläubigen die inneren Räume der Dunkelheit für Begegnung und Berührung, Orte der Ängste, Sorgen, Nöte, Gebrochenheit, Verzweiflung und der Sehnsucht.

Gitarre, Synthesizer und Klavier waren das Handwerkszeug für diese musikalisch-spirituelle künstlerische Darbietung. Stumm begonnen, führte das thematische Lied gleich in die völlige Ausweglosigkeit der Situation des zum Tode verurteilten Gottessohnes. „Du musst diesen Weg nun gehen, Gott, wo ist dein Licht, keiner hat das Ziel gesehen“, sang einfühlsam der Pop- und Rocksänger Ian Alexander Griffiths am Bassinstrument – der Elektrogitarre.

Von mitreißendem Charakter war die Musik zur Kreuzwegstation „Jesus fällt zum 1. Mal“, wo Ian Alexander Griffiths das weltbekannte Lied „Hey Brother“ des Künstlers Avicii sang. Zur Kreuzigungsszene erklang der Song „Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Hilf mir, dass ich vergeben kann“, bevor dann die Gläubigen ein Lichtermeer aus Kerzen an der Altarstufe entzündeten.

Pfarrer Michael Knaus hob in seiner Ansprache die Bedeutung der Kreuzwegstationen hervor. Schnell vergessen werde, so der Geistliche, dass es sich dabei um den letzten Weg eines Menschen handle. Auch heute gebe es in einer zivilisierten Welt immer noch die Todesstrafe, beklagte Knaus.