Hechingen Der Konkurrenz ein Loch voraus

Gertraud Schieban kennt die Hechinger Golfanlage noch als 9-Loch-Platz. Gabriel Bieg ist seit 2011 Geschäftsführer des Clubs mit "neuem" Platz. Foto: Midinet
Gertraud Schieban kennt die Hechinger Golfanlage noch als 9-Loch-Platz. Gabriel Bieg ist seit 2011 Geschäftsführer des Clubs mit "neuem" Platz. Foto: Midinet
Hechingen / JUDITH MIDINET 16.08.2012
Vor 20 Jahren wurde der neue Platz des Golfclubs Hechingen-Hohenzollern eingeweiht. Aus einer 9-Loch wurde eine 18-Loch-Anlage, auf der heute rund 900 Mitglieder an ihrem Handicap arbeiten.

"Der Golfsport wurde Anfang der Neunziger attraktiver, immer mehr Leute hatten Interesse am Golf," erinnert sich Gertraud Schieban, die seit 1976 den Proshop auf dem Gelände des Golfclubs Hechingen-Hohenzollern betreibt. Mitglied im Club ist sie selbst seit 1981. Anfangs hatte der Laden, in dem die Golfer Schläger, Taschen und Ausstattung bekommen, nur gelegentlich offen, später dann sogar ganztags. "Einen richtigen Golfboom gab es mit Bernhard Langer", sagt Gertraud Schieban. Der Profigolfer war einer der ersten deutschen Golfspieler, der auch international Erfolg hatte.

Und dieser Boom kam auch im Golfclub Hechingen an. Die damalige Satzung schrieb vor, dass der Club mit der "alten" 9-Loch-Anlage nur 400 Mitglieder haben dürfe. Aber 200 Personen standen damals schon auf der Warteliste und wollten Mitglieder werden. "Ein kommodes Spiel wäre nicht mehr möglich gewesen", erzählt Gertraud Schieban. Damals sei klar gewesen, dass man etwas tun müsse, denn auch die Konkurrenz schlief nicht: In der näheren Umgebung entstanden die Golfplätze in Sigmaringen und Sonnenbühl. "Wir mussten auch sportlich konkurrenzfähig bleiben", sagt die Golferin. Als der Golfsport boomte, bekam der Golfclub Hechingen auch einen neuen, jüngeren Vorstand, der einen 18-Loch-Platz für zeitgemäß und unbedingt nötig hielt. Die Devise "Für uns tut es einen 9-Loch-Platz" war passé. Der damalige Präsident und heutiges Ehrenmitglied, Wolfgang Priester, habe den Golfclub "zukunftsweisend vorangetrieben". Er leitete die Planungen für den "neuen" Platz, der links von der Lindich-Straße liegt, in die Wege, so dass schließlich rund 34 Hektar von einem Grundstückbesitzer gepachtet werden konnten. Der Spatenstich für den neuen Platz war im April 1991. Den ersten Abschlag mit einem goldfarbenen Ball, der sich in Rauch auflöste, machte bei der Eröffnung des neuen Platzes im August 1992 aber schon ein neuer Präsident: Florian Groz. Denn eine weitere Neuerung, die Priester eingeführt hatte, war, dass die Amtszeit des Präsidenten auf maximal acht Jahre begrenzt wurde.

Alter und neuer Platz umfassen heute rund 80 Hektar. Verbunden werden beide Teile - rechts und links von der Lindich-Straße - über einen von der Stadt Hechingen zur Verfügung gestellten Weg. Auch die Zahl der Mitglieder hat seit dem Bau des neuen Platzes beachtlich zugenommen: 900 Mitglieder zählt der im Jahr 1955 gegründete Club heute. Im Jahr 1980 waren es noch etwa 230. Eine Mitgliederbegrenzung wie früher gibt es nicht mehr. Im Gegenteil: "Heute haben wir sogar Kursangebote, um den Einstieg für Anfänger zu erleichtern", sagt Gabriel Bieg, der seit Frühjahr 2011 im Golfclub arbeitet. Der Reiz des Golfsports ist auch für Gertraud Schieban nach über 30 Jahren als Golferin noch immer vorhanden. "Die Herausforderung beim Golfspielen ist, dass jede Runde anders ist. Es gibt nie ein konstantes Level, man weiß bis zum letzten Loch nicht, wo man steht", erklärt sie ihre Begeisterung für den Golfsport, den sie als technisch und mental anspruchsvoll beschreibt. Ein Vorteil sei auch, dass man sowohl mit Kindern als auch mit älteren Leuten spielen könne, denn nicht das Alter, sondern das Handicap zähle. "Man kann auch gegen Profis gewinnen", erklärt Geschäftsführer Gabriel Bieg die Besonderheit des Golfsports. Anders als bei anderen Sportarten mache das Spiel mit einem Profi dem Hobby-Sportler trotzdem Spaß.

Das 20. Jubiläum des "neuen" Platzes war für die Mitglieder des Golfclubs auch Anlass an diesem Samstag, 18. August, mal wieder ein großes Sommerfest auszurichten. Beim Shanghai-Vierer-Turnier am Samstagmorgen wird der sportliche Ehrgeiz mal beiseite gelassen: Immer zwei Leute spielen bei diesem "Gaudispiel" gegen zwei andere Golfer, und die Gegenpartei muss entscheiden, welcher Schlag der anderen gilt. Am Abend gibt es für die Mitglieder dann ein Grillfest und um 22 Uhr ein großes Brillantfeuerwerk, das wohl in ganz Hechingen zu sehen wird.

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