Hechingen Der Hechinger Thomas Fischer initiiert Spendenaktion für die Flutopfer

Der Hechinger Thomas Fischer organisiert eine Hilfslieferung für Deggendorf.
Der Hechinger Thomas Fischer organisiert eine Hilfslieferung für Deggendorf.
SABINE HEGELE 14.06.2013
"Nein", sagt Thomas Fischer, "ich bin kein Gutmensch". Dennoch ist es dem Hechinger ein Bedürfnis zu helfen - den Menschen im bayerischen Deggendorf, denen das Hochwasser alles genommen hat.

Knapp zwei Wochen nach Beginn des verheerenden Hochwassers in weiten Teilen Bayerns ist auch die zweite Flutwelle abgeebt. Der amtliche Hochwasserlagebericht vom gestrigen Donnerstagmorgen weist den höchsten Punkt der ablaufenden Hochwasserwelle der Donau im niederbayerischen Raum Pfelling und Deggendorf aus. Da der Scheitelbereich der Welle inzwischen sehr breitgezogen sei, seien im weiteren Verlauf der Donau aber nur noch Anstiege im Bereich weniger Zentimeter zu erwarten, heißt es.

Ein Glück. Gelitten haben die Deggendorfer in den zurückliegenden Tagen mehr als genug; viele hat das Hochwasser um ihr gesamtes Hab und Gut gebracht. Sie stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Diese Menschen möchte der Hechinger Thomas Fischer mit einer Hilfsaktion unterstützen. Wie kommt ein Hechinger dazu, Hilfe für das bayerische Deggendorf leisten zu wollen? "Ich habe Freunde dort: Andreas Muhr, Johanna Simmet, Sandra Paternoster, Angie Thalhammer und Marina Zitzelsberger. Nach der ersten Flutwelle habe ich sie angerufen, um mich zu erkundigen, wies ihnen geht." Und? "Zum Glück hat sie das Hochwasser nicht direkt getroffen, ihre Freunde, Verwandten und Bekannten schon."

Seit Beginn des Hochwassers hält Thomas Fischer täglich Kontakt nach Deggendorf, über Facebook hat er erfahren, dass der dortige Kreisjugendring eine Sammelaktion für Sachspenden gestartet hat. Die will der 47-Jährige aktiv unterstützen - mit einer Hilfslieferung aus der Zollernstadt. "Weil es mir ein Bedürfnis ist", sagt der dreifache Familienvater - und weil er seit der Hechinger Jahrhundertflut von 2008 aus eigener Erfahrung weiß, "was so ein Hochwasser anrichten kann". Ein weiterer Grund für sein Engagement: Dankbarkeit - "dafür, dass wir vor zwei Wochen, anders als die Menschen in Bayern und im Osten, mit einem blauen Auge davon gekommen sind".

Ein Geschäftsmann aus der Zollernstadt stellt Thomas Fischer für die Sammelgüter einen Lagerraum zur Verfügung - namentlich genannt werden möchte er jedoch nicht. Aus diesem Grund sind Menschen, die die Aktion des Abteilungsleiters bei der Kemmler GmbH unterstützen möchten, aufgefordert, sich direkt bei Thomas Fischer zu melden: Er ist erreichbar unter der Mobilnummer 0170/6343659 oder per e-mail: fischer2000@gmx.de

Zwei Abgabetermine für die Hilfsmittel wird es geben: am Samstag, 22. Juni, zwischen 16 und 19 Uhr, sowie am Freitag, 28. Juni, zwischen 17 und 20 Uhr. Am Samstag, 6. Juli, will Thomas Fischer mit dem Hilfstransport in Richtung Deggendorf starten.

Freuen würde er sich über Freiwillige, die ihn beim Koordinieren und Transport der Hilfslieferung unterstützen. Sie können sich, wie die Spender, entweder per e-mail oder telefonisch mit ihm in Verbindung setzen.

Wichtig ist dem Hechinger der Hinweis, dass er weder Kleider- noch Geldspenden entgegennehmen wird. Lang ist dafür die Liste an benötigten Gerätschaften, Hygieneartikeln und anderen praktischen Dingen, die aus Deggendorf an Thomas Fischer weitergeleitet wurde.

Dringend benötigt werden unter anderem: Elektrogeräte (von der Waschmaschine über den Kühlschrank bis hin zur Mikrowelle), elektronische Kleingeräte (Rasierer, Zahnbürsten, Staubsauger, Akkuschrauber, Winkelschleifer, Wasserkocher. . .), Wäscheständer, Wäscheleinen und Wäschekörbe, Waschmittel, Pflegeartikel (After Shave, Rasierschaum, Handcreme, Sonnencreme, Wattepads. . .), Heftpflaster, Sagrotan, Mundschutz, Einweganzüge, Arbeitshandschuhe, Eimer, Gummischieber, Gummihandschuhe, Besen, Werkzeug, Glühbirnen, Küchenrollen und große Müllbeutel.

"Tor zum Bayerischen Wald"