Vor dem „Museum“ trafen schon vor 14 Uhr die ersten Mitwirkenden ein, und pünktlich um 14.30 Uhr hieß es Abmarsch für die Transportmannschaft mit etwa zwei Dutzend Zimmermännern, rekrutiert von den Zoller-Hexen. Begleitet wurde der Zug von der Gugguba HCH, den Hudelgai-Bätschern, die zum ersten Mal dabei waren, und Hästrägern der Zoller-Hexen und verschiedener Vereine und Gruppierungen. Ganz schön ins Zeug legen mussten sich die Zimmermänner, die am Vormittag schon in der Zunftstube der Narrhalla gemeinsam ein opulentes Frühstück zu sich genommen hatten, galt es doch, das Stämmchen von 20 Metern Länge in Richtung Marktplatz, durch die Schloßstraße auf den Schloßplatz und dann vor das Neue Schloß zu bugsieren.

„Nicht alle, die eine Zimmermannskluft tragen, haben auch den Beruf“, erklärte Jochen Grau von den Zoler-Hexen. „Aber alle, die mitmachen, haben Geschick, Teamgeist und auch die nötigen Muckis.“ Auf dem Platz wurden die Ankömmlinge bereits von der Original Hechinger Lumpenmusik erwartet, welche die Zuschauer bestens unterhielt.

Mit langen Eisen- und Holzstangen, sogenannten „Schwalben“, wurde der von den Hagenmannhexen geschmückte Baum  in die Senkrechte befördert. Mit reiner Muskelkraft. Während der Aktion spielten alle drei Kapellen abwechselnd auf. Nicht nur ihr Auftritt wurde mit viel Beifall belohnt, auch die Zimmerleute, die einen perfekt senkrecht stehenden Baum präsentierten, bekamen ihren Applaus.

Der dreiteilige Richtspruch wurde von Martin Klotzbücher gesprochen. Der junge Mann trank dazu drei Gläser eines dunkelroten Getränkes, wobei das erste zu Ehren der Zunftmeister, das zweite zu Ehren der Narrenschar und das dritte zu Ehren des Zimmermannshandwerks geleert wurde. Und zu guter Letzt wurde das Glas zu Boden geworfen.

In kurzen Ansprachen bedankten sich Zunftmeister Joachim Noack von der Narrhalla und Zunftmeister Sascha Götting von den Zoller-Hexen bei allen Mitwirkenden und den zahlreichen Besuchern. Ein besonderes Willkommen galt dem Narren-Freundschaftsring Zollern-Alb, der Narrenzunft Straßberg und der Narrenzunft Geislingen.

Joachim Noack listete die wichtigsten Termine der kommenden Woche auf und sagte: „Ich denke, da ist für jeden etwas dabei.“ Der Dreikönigstag werde in der breiten Fasnetslandschaft als Beginn der „fünften Jahreszeit“ betrachtet, ließ Sascha Götting wissen. Der Narrenbaum gelte als Symbol der Stärke und werde als Stammbaum aller Narren betrachtet. Für die ganze Fasnetszeit gelte für alle Narren: „Jedem zur Freud und keinem zum Leid.“

Für Bewirtung war an diesem mit lausigem Wetter garnierten Nachmittag beim Stand des Akkorden-Clubs und der Gugguba gesorgt. Letztere beginnen in der Wochenmitte mit dem Vorverkauf für das 9. Internationale Guggenfestival am 9. Februar im „Museum“. Die Akteure trafen sich anschließend im „Wunderwerk“, das extra geöffnet hatte.

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Musikkapellen sorgten am Sonntag für die treffliche Umrahmung der Zeremonie: die Original Hechinger Lumpenmusik, die Gugguba HCH und erstmals die Hudelgai-Bätscher.