Noch sind die Ozeane halbwegs groß genug. Aber irgendwann kommt der Tag, da können sie den ganzen Plastik- und anderen Müll nicht mehr aufnehmen. Und dann? Was ist, wenn die Böden so ausgelaugt sind, dass sie nichts mehr hergeben? Wenn eine Naturkatastrophe der nächsten folgt? Wenn das soziale Ungleichgewicht zu noch mehr Krisen und Kriegen führt? Dann geht das Licht aus, denn man kann die Menschheit nicht einfach umtopfen in eine andere Erde.

Almut Petersen, Bunte-Liste-Stadträtin und Hechinger Umweltaktivistin der beinahe ersten Stunde, machte es drastisch, als sie am Freitag die Jahresausstellung des Hechinger Nabu zum Thema „Nachhaltiger Konsum“ eröffnete. Sie nannte die Ursachen, also Geldmachen und Verdrängung der Wirklichkeit. Sie machte ihren zahlreichen Besuchern aber auch Mut: Doch, doch, Leute, man kann die Umkehr schaffen, wir müssen nur zusammenhalten. Wenn nur einzelne aus dem System des Immer-mehr aussteigen, hilft das weniger, wenn es aber richtig viele sind, dann könnte es funktionieren.

Und man muss fordern, riet Almut Petersen: Nachhaltiger Konsum, also Produkte, die nicht die Erde ausbeuten und belasten, muss Standard werden. Dazu wiederum braucht es Öffentlichkeit und politisches Handeln. Und vielleicht auch ein Eingreifen in die persönlichen Freiheiten, wenn es denn nicht anders zu machen ist, um das Tauschen, Leihen und Teilen zu fördern, das ebenfalls viel Nachhaltigkeit bedeutet.

Philipp Hahn, der Erste Beigeordnete der Stadt, hatte die Ausstellung eröffnet, dem Nabu zu seiner engagierten Arbeit gratuliert, die Zusammenarbeit zwischen privaten Naturschützern und Stadt weiter bekräftigt – und er gab der Eröffnungsrednerin Recht: Ja, wenn’s keinen anderen Weg gibt, dann muss reguliert werden – zum Beispiel mit einem Verbot von Plastikflaschen. Auch Hahn bemühte sich um Zuversicht: Trotz aller Schreckensszenarien sehe man auch  im kleinen Hechingen, wie die Umkehr zu schaffen sei: langsam aber stetig, mit mehr Artenvielfalt im städtischen Grün. Dafür wird in Kürze ein neue Konzept im Gemeinderat vorgestellt.

Der Hechinger Nabu-Vorsitzende Gert Rominger pries wie schon beim Silberjubiläum der Gruppe die ganz neue Freundschaft zwischen Nabu und Stadt, die insbesondere durch den Ersten Beigeordneten entstanden sei. Auch er bekräftigte: Aufklärung ist nötig, aber ohne eine Umkehr der Politik geht’s nicht.

Info Die Ausstellung „Nachhaltiger Konsum – Ressourcen schonen und nachhaltig nutzen“ ist bis zum 13. Oktober im Hechinger Rathaus zu sehen; montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr, donnerstags zudem von 14 bis 18 Uhr.