Jungingen Der direkte Kontakt machts aus

Patrizia Gucwa und Lea Sattler am Eingang der Festhalle, wo die Besucher sich die Tickets für die 11. Junginger Modellbahn-Börse holten.
Patrizia Gucwa und Lea Sattler am Eingang der Festhalle, wo die Besucher sich die Tickets für die 11. Junginger Modellbahn-Börse holten. © Foto: Horst Bendix
HORST BENDIX 28.10.2014
Modell-Eisenbahner haben es heute schwer, mit ihren Produkten die Begeisterung unter den Besuchern zu wecken - groß ist die Verlockung des Internets. Die Junginger Börse trotzt der Konkurrenz aber erfolgreich.

Hans Bosch, der bereits zum 11. Mal seine Börse für Modelleisenbahnen und Spielzeug in der Junginger Festhalle organisiert hat, war im Großen und Ganzen zufrieden: "Es lief zufriedenstellend", lautete die Bilanz des bekannten Junginger Modellbahnbauers. Allerdings: Es gab, so beschreibt es Bosch, "mehr Seh- als Kaufleute". Diesen Eindruck bestätigte ebenfalls ein weiterer, regional bekannter Modellbahner, Herbert Hurm aus Haigerloch.

Inzwischen ist die Modellbahn aus Großvaters Zeiten längst überholt, heute ist die Digitaltechnik in aller Munde. Bevor gekauft wird, wird genau geschaut, gehandelt, und dies manchmal auch unter der Gürtellinie, wie Herbert Hurm aufzeigte: "Manchmal gibt es Leute, die sind so penetrant, dass sie einem auf den Wecker gehen."

Von der Besucherzahl her konnte sich Hans Bosch nicht beklagen: Es summte und brummte den ganzen Samstag über in der Junginger Halle. Ausführliche Gespräche wurden unter den Modelleisenbahnern geführt, Informationen ausgetauscht, es war, als würden sich jedes Jahr dieselben Aussteller in Jungingen treffen, so freundschaftlich wurde miteinander umgegangen.

Wer gekommen war, der musste es keinesfalls bereuen, so beeindruckend war die ganze Palette an Dampfrössern, an Originalen, an braunen oder roten Prototypen.

Gleich vier Tische für ihren Ausstellungsstand belegt hatten die Sehburgers. Gerhard Sehburger ist ein besonders eingefleischter Modelleisenbahner, er hat gut 100 Züge daheim, wie er der HZ mitteilte, und er hat in Schömberg ebenfalls einen kleinen Reparaturbetrieb für Modellbahnbau: "Ich bin bestrebt, meine Kunden bestmöglich zu bedienen, auch ausgefallene oder knifflige Reparaturen."

"Da gibts a Lastwägele zu sehen", sagt der Vater zum Sohnemann mit Blick auf die Modellautos, die im Rund der Festhalle einen großen Platz eingenommen haben. Die schönsten Modellbahnhöfe, die schönsten Märklin- aber auch Fleischmann-Objekte waren zu sehen, wie Wolfgang Simmendinger aus dem benachbarten Killer schwärmte. Er kaufte sich bei Uta und Gerhard Sehburger einen Trafo, der längst überfällig war, wie er schmunzelnd sagte.

Motive von Dampfloks und Zügen aus der Region, zum Beispiel auch den Bahnhof in Hechingen oder in Tailfingen, auf Strecken wie im Killertal oder der Schwarzwaldbahn, waren beim Stand von Herbert Hurm an der Stirnwand der Festhalle abgebildet. Man sah Loks der Baureihen 64, 50 und ebenso die Schnellzuglok 01519 der Eisenbahnfreunde Zollernbahn.

Kenner der Materie erwähnen immer wieder den Hobbyeisenbahner Herbert Hurm aus Haigerloch, dem es immer wieder gelinge, die Bahn in der Landschaft in atmosphärischer Dichte abzubilden, und in der eher schwierig zu handhabenden Aquarelltechnik gemalten, farbstarken Bilder wirken sehr lebendig, lassen aber auch noch der Fantasie freien Lauf, wie Kenner beim Betrachten der Bilder feststellten.

Auch diese 11. Börse wurde vom FC Killertal bestens bewirtet. Der Reinerlös kommt, wie Hans Bosch am Ende des Nachmittags sagte, einem guten Zweck zu.