Trotz denkbar schlechten Wetters erfreute sich der Bollemer Neujahrsempfang am Freitagabend wieder zahlreicher Gäste. Den Auftakt des vielseitigen Programms markierte der Musikverein Boll unter der Leitung seines Dirigenten Mircea Piciu mit einer Abwandlung des Maria Zeller Liedes.

Die Begrüßung des Publikums übernahm Ortschaftsrätin Annette Hähn. Unter den Gästen: Bürgermeister Philipp Hahn, der Ortsvorsteher der Nachbargemeinde Stetten, Hannes Reis, sowie Grundschulleiterin Ursula Kleinmaier und Kindergartenleiterin Anita Lorch.

Dann hielt Jürgen Haas, bei der Stadt Hechingen für den Tiefbau zuständig, einen informativen Vortrag über die gelaufenen und laufenden Hochwasserschutzmaßnahmen. Und da in und um Boll die Herzstücke des Hechinger Hochwasserschutzes umgesetzt werden, hielt Haas seinen Vortrag an dieser Stelle sehr gern.

Schreckliche Erinnerungen

Zunächst weckten schreckliche Bilder von der Hechinger Hugo- und der Johannesbrücke wieder Erinnerungen an die Fluten von 2007 und 2008 und zeigten auf, warum die ergriffenen Schutzmaßnahmen so wichtig sind. So gründete Hechingen zusammen mit Rangendingen den Zweckverband zum Hochwasserschutz im Starzeltal, dessen erste Projekte ab 2013 umgesetzt wurden, darunter einige Rückhaltebecken im Stadtgebiet, aber auch in Boll am Zellerbach oder neue Einlaufbauwerke wie im Bollemer „Katzenloch“ (in dem die örtliche Feuerwehr bis dahin regelmäßig unliebsame Beschäftigung gefunden hatte).

Das Hauptbauwerk, das riesige Rückhaltebecken am Reichenbach zwischen Stetten und Boll, wurde 2016 begonnen und soll spätestens Mitte des eben begonnenen Jahres fertiggestellt sein. In diesem Februar, so Haas, wird damit begonnen, die elektrische Regeltechnik einzubauen, die dann durch die Informationen verschiedener Messstationen, zum Beispiel in Jungingen und Hausen, gesteuert wird.

Als kleinen Ausblick auf weitere Vorhaben erwähnte Jürgen Haas die Erneuerung der Gässlebrücke in Schlatt. Mit Maßnahmen am Ziegelbach, die jedem Bollemer gelegen kommen, wird in Zukunft noch ein weiterer neuralgischer Punkt bearbeitet.

Abschließend lobte Haas die gute Zusammenarbeit aller Instanzen, vor allem aber auch die Anlieger und Grundstücksbesitzer, die mit viel Verständnis dafür sorgten, dass die Projekte schnell und gut umgesetzt werden konnten.

Nach einem weiteren Stück des Musikvereins nutzte Ortsvorsteherin Meta Staudt die Gunst der Stunde, die so ein Jahreswechsel mit sich bringt, zurückzublicken, aber auch schon in die nähere Zukunft vorauszuschauen. Wichtige Projekte im Ort waren beispielsweise die Erneuerung der Duschpaneelen sowie auch der Beleuchtung und der Decken in der Turn- und Festhalle. Der Weg zum Kapf wurde instand gesetzt, und im April strich der Ortschaftsrat selbst in einer Arbeitsaktion die Hütte auf dem Wasen. Neben dem Rückhaltebecken „Zellerbach“ wurde auch der sanierte Turm von Maria Zell eingeweiht.

Ein großes Thema ist in Boll der Dorfplatz. Für diesen hatte man vor den Sommerferien ein Planungsbüro gefunden und mit Ideen von Vereinsvertretern und Bürgern eine gute Variante für die Neugestaltung herausgearbeitet. Damit bewarb man sich im Herbst auch um einen Zuschuss. Die Entscheidung darüber, ob Boll diesen erhält, wird vermutlich im März fallen.

Dass ein Dorfplatz als Stätte der Begegnung vonnöten ist, zeigten auch wieder zahlreiche Feste und Aktivitäten aller Vereine, die im vergangenen Jahr stattfanden. Hierfür zeigte sich die Ortsvorsteherin besonders dankbar, da die Arbeit in den Vereinen nicht einfacher geworden ist.

Dorfplatz unverzichtbar

Im neuen Jahr soll die Umsetzung des neuen Dorfplatzes weiter vorangetrieben werden. Außerdem steht die Erneuerung des Geländers am Kreuzweg zu Maria Zell auf dem Programm. Eventuell kommen noch Arbeiten an den Erdankern der Wallfahrtskirche hinzu.

Erfreut verkündete Meta Staudt, dass sich alle bisherigen Ortschaftsräte nochmal zur Wahl stellen werden. Diese hätten, so Staudt, zwar schon vieles geschafft, aber eben auch noch nicht alles fertig umsetzen können. „Gemeinsam können wir viel bewegen“, appellierte die Ortsvorsteherin, die es bekanntlich bleiben will, an die Bürgerschaft.

Ein besonderer Dank galt wieder allen Grünpaten. So erhielten Silke Hess, Emilie Wolf, Doris Daiker, Anita Ott, Hedi Pieczynski sowie Rosmarie und Hans-Werner Buckenmaier eine kleine Aufmerksamkeit dafür, dass sie Boll ein Stück schöner machen.

Nach einer Diashow, in der Birgit Weiler das vergangene Bollemer Jahr Revue passieren ließ, endete der offizielle Teil des Empfangs mit gemeinsamem Singen des „Bollemer Lieds“. Und weil Singen bekanntlich durstig macht, trafen alle Gäste noch zum kleinen Beisammensein beim Stehempfang zusammen. Dort war dann Zeit für angeregte Gespräche mit dem Bürgermeister, der Ortsvorsteherin und ihren Räten oder einfach untereinander. Für Boll war es ein schöner Start ins Jahr 2019.

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Einwohner mehr als ein Jahr zuvor zählte Boll am Silvestertag, nämlich genau 1265. Sechs Geburten standen sieben Todesfälle gegenüber, denen in einer Schweigeminute gedacht wurde.