Hechingen / Hardy Kromer/Foto: Stadtarchiv Hechingen Ein Eintrag aus dem Einwohnermeldeamt beweist: Klaus Kinkel hat von 1938 bis 1952 im Haus Obertorplatz 14 gewohnt.

Irritationen, ja gar Proteste hat der HZ-Artikel vom 9. März ausgelöst, wonach das denkmalgeschützte kleine Stadtpalais am Obertorplatz mit der Hausnummer 14, „das Haus, in dem Klaus Kinkel wohnte“ (Bild links unten), einen neuen Besitzer bekommt. Gleich mehrere alte Hechingerinnen und Hechinger meldeten sich in der Redaktion und verlangten eine Richtigstellung: Nein, so die Botschaft, die Kinkels hätten nie am Obertorplatz gewohnt, sondern immer draußen am Gymnasium. Das Gegenteil belegt eine Fundstelle im Stadtarchiv. Unser Bild oben zeigt die Rückseite der offiziellen Meldekarte der Familie Kinkel bei der Stadt Hechingen. Der ersten Zeile ist zu entnehmen, dass der „Ehemann“, sprich Klaus Kinkels Vater Dr. Ludwig Kinkel, am 14. Juni 1938 aus Metzingen kommend am Obertorplatz 3 Wohnung nahm (heute ist dort das Bürger- und Tourismusbüro untergebracht). Drei Monate später, am 1. September 1938, kam die Familie nach und bezog das Haus Obertorplatz 14, damals „Adolf-Hitler-Platz 14“ (aufgrund der Änderungen im und nach dem Dritten Reich in Zeile 2 jeweils durchgestrichen). Im Erdgeschoss des Hauses praktizierte fortan Dr. Ludwig Kinkel, drüber in der Beletage wohnte die Familie mit dem 1936 in Metzingen geborenen Buben Klaus, der später als Außenminister Berühmtheit erlangen sollte. So hat es der kürzlich verstorbene Politiker übrigens auch bei manchen Gelegenheiten selbst erzählt. Erst im Oktober 1952, also 14 Jahre später, bezog die Familie dann ihr Eigenheim in der Heiligkreuzstraße 19, das den Hechingern als „Kinkel-Haus“ in Erinnerung ist.