Rangendingen Denkmalschutz fordert Sanierungen

Der Giebel des Gasthauses „Adler“ ist wahrscheinlich der älteste in ganz Rangendigen. Deshalb muss das Haus erhalten werden. Der Gemeinderat besichtigte beim Rundgang am Freitag auch die denkmalgeschützen Gebäude Klosterkirche und Josefskapelle, die ebenfalls saniert werden müssen.
Der Giebel des Gasthauses „Adler“ ist wahrscheinlich der älteste in ganz Rangendigen. Deshalb muss das Haus erhalten werden. Der Gemeinderat besichtigte beim Rundgang am Freitag auch die denkmalgeschützen Gebäude Klosterkirche und Josefskapelle, die ebenfalls saniert werden müssen. © Foto: ks
Rangendingen / KS 08.10.2018
Klosterkirche, Josefskapelle und „Adler“: Die drei Rangendinger Gebäude stehen unter Denkmalschutz und müssen saniert werden.

Drei denkmalgeschützte Gebäude waren am Freitag bei der jährlichen Ortsbesichtigung des Gemeinderates Rangendingen  ein Thema.

Hohe Dringlichkeit besteht bei der Klosterkirche, deren Sanierung 40 Jahre zurückliegt. So muss zunächst ein kompletter Elektrocheck durchgeführt werden. Die Heizstrahler unter den Sitzbänken seien teils defekt. Außerdem gibt es Schäden an der Dachkonstruktion und der Stuckdecke, zu denen ein Restaurator zu Rate gezogen werden soll. Ein weiteres großes Problem ist die feuchte Außenwand an der Westseite der Kirche. Hier muss, wie Bürgermeister Johann Widmaier den Gemeinderäten und interessierten Bürgern erläuterte, alles komplett abgegraben, abgedichtet und eine Drainage gelegt werden. Zu den Kosten sagte der Rathauschef nur soviel: „Die sind sicherlich sehr, sehr hoch“. Allerdings besteht eine sogenannte „Grunddienstbarkeit“, die die Kostenverteilung zwischen Kommune und Kirche regelt.

In Angriff genommen wird bald die Komplettsanierung der Josefskapelle, die links an der Straße Richtung Hirrlingen liegt. Zu den ursprünglich geplanten Kosten von 30 000 Euro kommen 100 000 Euro dazu. Fördergeld kommt vom Land. Im Bewilligungsbescheid, der just am Freitag ins Rathaus flatterte, ist von 20 000 Euro Zuschuss die Rede. Bis Mai 2019 sollen die Arbeiten an der Josefskapelle abgeschlossen sein.

Rasche Sicherungsmaßnahmen sind laut Johann Widmaier auch beim einstigen Gasthaus „Adler“ in der Ortsmitte nötig. Das schreibt das Landratsamt vor. „Das Gebäude“, so der Rathauschef, „muss erhalten bleiben“. Der 500 Jahre alte hintere Giebel macht das Gebäude zu einem besonders schützenswerten Denkmal. Dabei handelt es sich um den wohl ältesten Giebel im ganzen Ort. Während sich die vordere Haushälfte im Gemeindebesitz befindet, müssen für den hinteren Gebäudeteil (die Grenze verläuft durchs Gebäude­innere) mit dem Eigentümer noch Verhandlungen geführt werden.

Ja-Wort im Sitzungssaal

Wer künftig in Rangendingen standesamtlich heiratet, findet übrigens ein neues „Trauzimmer“ vor – untergebracht im Sitzungssaal. Ein Stoff-Vorhang trennt von nun an bei Hochzeiten den Sitzungssaal vom Zuhörerbereich. Damit soll der Blick auf die Gemeinderatstische verhindert werden, hieß es. „Das hat aber nichts mit den steigenden Zahlen an Hochzeiten zu tun“, schmunzelte der Bürgermeister.

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