Etwa 100 körperbehinderte Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 25 Jahren beherbergt das Zachäushaus in Burundi. Eine Schwesterngemeinschaft von meist fünf Schwestern des katholischen afrikanischen Bene-Tereziya-Ordens betreut die Kinder und wohnt ebenfalls im Haus. Eine Schwester ist zum Beispiel für die Landwirtschaft zuständig, eine andere kümmert sich um die schulische Bildung der Kinder. Hinzu kommen von auswärts knapp 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Schreiner, Koch, Chauffeur, Wächter, Leute beim Vieh und Landarbeiterinnen.

Viele Ursache für Behinderungen

Die Behinderung der Kinder und Jugendlichen ist unterschiedlich schwer, viele haben Probleme mit den Beinen oder Füßen. Manche sind so schwer geschädigt, dass sie nur mit Krücken gehen können oder an den Rollstuhl gefesselt sind. Die Ursachen sind vielfältig: Behinderung von Geburt an, Mangelernährung in der Kindheit, Mangel an medizinischer Versorgung, Unfälle, Erkrankungen (zum Beispiel Osteomyelikis, also Knochenmarkentzündung).

Zur Zeit des Bürgerkriegs (1993 bis 2003) gab es auch Verletzte durch Kriegseinwirkung. Einem Mädchen, das noch im Haus lebt, wurde als kleines Kind ein Bein abgeschossen. Wenn noch Geld übrig ist, können die Schwestern einzelnen Kindern Prothesen fertigen lassen. Das ist aber sehr teuer. Eine Prothese kann 400 Euro und mehr kosten. Überhaupt sind die Ausgaben für die medizinische Versorgung der Kinder und für Medizin in Burundi sehr hoch. Einige Kinder müssen regelmäßig Medikamente einnehmen, was sehr kostspielig ist. Eine Krankenversicherung gibt es nicht in diesem Land. Beim letzten Besuch aus Hechingen im August wurde für über 400 Euro Arznei mitgebracht für ein Kind; das Präparat gab es damals in Burundi nicht zu kaufen.

Die Kinder besuchen alle die Schule, was besonders für die Mädchen wichtig ist. Das war 1994 bei der Gründung des Hauses keineswegs selbstverständlich. In Klassenräumen sieht man die Kinder beim Lernen. Sie freuen sich, wenn Besucher mit ihnen etwas Französisch sprechen. Im Haus selber helfen alle mit bei den täglichen Arbeiten: Wäsche waschen, Tisch decken, das Haus reinigen, Vorbereitung der Speisen zum Essen und mehr.

Alle bekommen eine Ausbildung

Die Jugendlichen bekommen eine Ausbildung in der Näherei, beim Korbflechten oder in der Schreinerei. Regelmäßig sieht man im Innenhof Mädchen sitzen, die Decken mit wunderschönen Motiven besticken. Die hergestellten Waren werden  verkauft. Sie tragen damit zum Unterhalt des Hauses bei. Wenn die jungen Erwachsenen das Heim verlassen, bekommen sie  eine Nähmaschine mit, um so selbst Geld verdienen. Es ist in Gitega möglich, sich als Schneiderin auf den Markt zu setzen und für Kunden zu nähen.

Das religiöse Leben spielt im Haus eine wichtige Rolle. Es wird regelmäßig gebetet und gesungen. Im Gemeinschaftsraum  gibt es immer wieder eine heilige Messe. Am Sonntag besucht man den Gottesdienst in der Kathedrale von Gitega.

Die Möglichkeiten zu Spiel und Freizeitgestaltung sind bescheiden. Wenn Hechinger Besucher einen Fußball mitbringen, ist die Freude groß. Es gibt eine Tanzgruppe – trotz aller Behinderung. Einige Jugendliche haben Trommeln gefertigt, auf denen sie spielen. Das Trommeln ist für Burundi die typische Art, Musik zu machen.

So ist jede Spende fürs Zachäus-Haus nicht nur ein Werk der Fürsorge für behinderte Menschen. Es ist auch nicht nur ein Werk christlicher Nächstenliebe, es ist ein Werk für Frieden und Gerechtigkeit in der einen Welt – und sei es auch an einem Ort 6000 Kilometer entfernt von Hechingen.

So können Sie spenden fürs Zachäus-Haus


Das Konto Die IBAN-Nummer des Spendenkontos für die HZ-Weihnachtsaktion geht so: DE 20 6535 1260 0077 0400 00. Der BIC-Code: SOLADES1BAL. Als Stichwort geben Sie bitte „Gute Taten“ an. Und bitte vermerken Sie, wenn Sie als Spender in der HZ nicht veröffenticht werden wollen. Auf Wunsch gibt es Spendenbescheinigungen; bis 200 Euro gilt aber der Überweisungsbeleg.