Hechingen Das reißt einfach mit

Der Gospelchor Bisingen hat unter der Leitung von Jörg Sommer eine begeisternde Leistung geboten. Foto: Antonia Lezerkoss
Der Gospelchor Bisingen hat unter der Leitung von Jörg Sommer eine begeisternde Leistung geboten. Foto: Antonia Lezerkoss
Hechingen / ANTONIA LEZERKOSS 18.03.2014
Einen bunten Reigen an Gospels und Spirituals präsentierte der stimmgewaltige Bisinger Gospelchor unter der Leitung von Jörg Sommer bei seinem Konzert in der vollbesetzten Hechinger Johanneskirche.

Mit Stimmgewalt und Freude am Singen, die jedem der Sängerinnen und Sänger anzusehen war, nahm der Bisinger Gospelchor sein Publikum mit auf die Reise in die Welt der Spirituals und Gospels. Man spürte, dass da eine ursprüngliche Musik den Raum erfüllte, die eine Ahnung von den tief empfundenen Liedern und Texten, die den schwarzen Sklaven einst Kraft und Hoffnung schenkten, vermittelte. In einer Vorstellung voller Energie und Leidenschaft demonstrierten die annähernd 50 Frauen und Männer, dass auch Mitteleuropäer mitreißende Gospels perfekt darbieten können. Klassische Spirituals und gehaltvolle traditionelle Gospels, die Kirchenmusik der Südstaaten sowie Originale aus Schwarzafrika finden sich ebenso im Repertoire der Bisinger Gospolitans wie moderne, durch verschiedenste Kulturen beeinflusste Songs aus Afrika und Europa.

Mit der temperamentvollen Einladung "Come let us sing" (Kommt, lasst uns singen) lud der Chor in den Kosmos der Gospelmusik ein, und sofort sprang der Funke der Begeisterung auf das Publikum über. Stets meisterhaft geleitet und geführt von Chorleiter Jörg Sommer, präsentierten die Sänger, teils mit Band teils a capella ein kontrastreiches, breitgefächertes Programm, welches von druckvoll hämmerndem Rhythmus und pulsierendem Sound bis zu zartestem, anrührenden Balladen reichte. Ausdrucksstarke Gestik und einfühlsame Soli sorgten auf eindrucksvolle Weise für Gospel-Feeling.

Begleitet wurden die Sänger von der Band "Maja" mit Matti Münch (Saxophon), Jörg Sommer (Piano) und Alex Nehr (Percussion). Die breit gefächerte, gelungene Musikpräsentation voller spritzig raffinierter Arrangements, die jedem Song eine ganz eigene Klangfarbe verliehen, umfasste das gesamte Spektrum von herbem Fortissimo bis zu zartesten Pianissimo. Anrührend zarte Lieder gingen plötzlich über in mitreißende, energiegeladene Songs. Hier wurde Gospel nicht einfach gesungen, hier wurde er zelebriert - ausgelassen, lebensfroh, mit einem seligen Lächeln auf den Lippen. Gemeinsamer Gesang verbindet und beflügelt, kein Ton kann hell genug, keine Harmonie angemessen schön sein, um Gott, den Allmächtigen, in seiner Herrlichkeit zu preisen. In diesem Selbstverstäindnis führt Jörg Sommers Gesangsgruppe den Gospel zu seinen Ursprüngen zurück und haucht ihm gleichzeitig herzerfrischendes Leben ein, das vor Energie und überbordender Freude nur so sprüht.

Schwungvoll, mitreißend und druckvoll kamen Lieder wie "Its me o Lord" und "You are holy, you are mighty" daher. Bei Songs wie "Nobody knows" mit Michaela Sommer als Solistin erzeugte der Chor eine enorme Intensität und Strahlkraft, die gefangennahm und unter die Haut ging. Mit dem Lied "Gott du bist mein Gott", einer strophischen Variation dieser fünf Worte, musikalisch zündend umgesetzt von Jörg Sommer, zog das Konzert in die Schlussrunde. Der Chor bedankte sich mit Zugaben für den begeisterten Applaus.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel