Hechingen Das ist der Obertorplatz in D

Das ist Variante D. Der Verkehr fließt über Frauengartenstraße (links oben) und Herrengässle (links). Das ergibt einen ungeteilten Platz. Rechts die Bebauung (grau), wie sie das Innenstadtkonzept vorsieht.
Das ist Variante D. Der Verkehr fließt über Frauengartenstraße (links oben) und Herrengässle (links). Das ergibt einen ungeteilten Platz. Rechts die Bebauung (grau), wie sie das Innenstadtkonzept vorsieht. © Foto: Plan: Stadt Hechingen
Hechingen / Ernst Klett 09.11.2018
Im Frühling rollen die Bagger auf dem Obertorplatz noch lange nicht an, auch wenn die Tiefgarage jetzt begraben ist.

Sie hätte ihren Charme gehabt, die von der Stadt und einzig Almut Petersen (Bunte Liste) bevorzugte Planvariante C. Man hätte mit der seit Jahrzehnten über den Köpfen schwebenden Neugestaltung des Hechinger Obertorplatzes ziemlich sicher schon beginnen können, wenn im neuen Jahr die ersten Pflänzlein sprießen. Aber da hat die überwältigende Mehrheit des Gemeinderates nicht mitgemacht. Denn eigentlich hätte sich so viel nicht verändert mit der C-Masche. Die Durchgangsstraße wäre zwar etwas abgerückt worden von der Ostseite (Hotel Klaiber), damit es da mehr Platz gibt. Weiterhin jedoch hätte die Straße den Platz so unleidig durchschnitten wie bislang. Und die zweite Straße an der anderen Seite hätte es sowieso weiter gebraucht wegen der Erreichbarkeit der dortigen Grundstücke.

Dabei bleibt es auch zukünftig. Allerdings ist die Verbindung von der Neustraße über die Frauengartenstraße und das sogenannte Herrengässle bis zur Zollernstraße dann die einzige auf dem hoffentlich schönen und komplett neuen Obertorplatz. Einen Riegel vorgeschoben hat der Gemeinderat mit der D-Wahl außerdem den plötzlich wieder geplanten 28 Stellplätzen. Die waren seit dem Ende des Projektes „Kleinstadtleben“, das den zentralen Oberstadtplatz als Leuchtturm zur Innenstadtbelebung sieht, ein „No-Go“: Neuer Platz, keine Parkplätze! Jetzt bleibt es bei wenigen Kurzzeit- und den vier privaten Plätzen bei der Stadtapotheke.

Der Haken an D, zumindest bisher: Weil die Obertorplatzstraße merklich verlegt wird, hätte das wohl die Grundzüge des  Bebauungsplans tangiert, und der Plan hätte geändert werden müssen, was seine Zeit braucht. Mit diesem Szenario hatte die Stadt Plan C favorisiert. Der neue Stand der Dinge: Weil auf der Westseite schon eine Straße ist, muss offenbar nichts geändert werden. Ein Schelm, der da Böses denken würde! Der aktuelle Zeitplan von Bürgermeister Philipp Hahn lautet nun: Beginn noch im ersten Halbjahr 2019.

Kosten soll der neue Obertorplatz bislang 2,8 Millionen Euro. Hinzugerechnet werden müssen 635 000 Euro Planungskosten für die Tiefgarage. Nicht genannt wurden in der Gemeinderatssitzung die Anwaltskosten, die wegen eben dieser angefallen sind. Wie berichtet, hat die Stadt aus dem Hause Freie Wähler ein voluminöses Hausaufgabenpaket erhalten. Machbarkeit und Kosten sollten ermittelt werden für den Teilabbruch und Neuaufbau des Parkhauses Neustraße plus Steg über die Neustraße, die Aufstockung des Parkdecks Münzgasse und das Anlegen eines ordentlichen Parkplatzes auf der Fürstenwiese beim „Museum“.

Insgesamt 17 Stadträte waren für die Aufhebung des Baubeschlusses, zwölf dagegen. Anhänger des 6,5-Millionen-Euro-Projekts waren fünf (von sechs) SPD- und sieben CDU/FDP-Räte. Manfred König (CDU) pochte darauf, die Tiefgarage sei ein jahrzehntealter Wunsch, die Finanzierungsängste nannte er realitätsfern, man müsse verlässlich bleiben. Melanie Homberger (CDU) sah keine sinnvolle Alternative und fragte, ob man die Menschen nicht in der Stadt haben wolle. Jürgen Schuler (CDU) hatte eine private Umfrage gemacht. Weil die 71:9 gegen die Tiefgarage ausging, orientierte er sich um.

Geht es nun munter weiter mit dem Klagen?

Ankündigung Ein Facharzt und Tiefgaragen-Befürworter mit Neubau am Obertorplatz hat angekündigt, gegen eine Bebauungsplanänderung zur Verlegung der Durchgangsstraße klagen zu wollen. Allerdings: Nach neuestem Stand der Dinge braucht es nun doch keine Planänderung dafür.

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