Als ein "Katastrophenjahr für unsere Bienen" hat der Vorsitzende des Bezirksimkervereins Hechingen, Herbert Beiter, das vergangene Jahr bezeichnet. Der extreme Befall der Bienenvölker durch die Varroamilbe und ein mangelndes Nektar-und Pollenangebot durch die Witterung, speziell durch den warmen Winter und das verregnete Restjahr, hat viele Völker gekostet.

Eine erfolgreiche Milbenbekämpfung war wegen der niedrigen Sommertemperaturen kaum möglich, und Ende Juli war das Trachtangebot so gering, dass die Bienen verhungerten.

Der Vorsitzende gab zu bedenken, dass in manchen Gegenden - er erwähnte Grosselfingen mit der Biogasanlage als Beispiel - das Nahrungsangebot für Insekten wegen der intensiven Landwirtschaft so schlecht sei, dass man es sich genau überlegen sollte, bevor man dort weitere Bienenvölker aufstellt.

Die Nachfrage der Imker nach Bienenvölkern kann in diesem Jahr kaum durch den Verein gedeckt werden. Denn nicht nur die vielen Ausfälle bei den "alten" Imkern, sondern auch der Wunsch der vielen Neuimker nach einem eigenen Volk lässt die Nachfrage steigen.

Wenn auch für die Bienen das vergangene Jahr nicht gut war, über die Entwicklung des Vereins durfte Beiter das Gegenteil vermelden. Kassier Max Höflsauer konnte von einem stabilen Kassenstand berichten.

Auf mittlerweile 98 Mitglieder ist der Verein angewachsen, trotz einiger Todesfälle unter den Imkern im vergangenen Jahr. Während 18 Neuimker einen Imkerkurs besucht hatten, haben sich für den diesjährigen - der von Wolfgang Markowis wieder zusammen mit der Volkshochschule angeboten wird - schon 20 Interessierte angemeldet. Und auch für diese Jahr kündigte Beiter wieder zahlreiche Veranstaltungen an: eine Praxisdemonstration zur Ablegerbildung im Mai und einen Frühschoppen mit einer Ackerwildkräuter-Führung in Rangendingen im Juni. Die Spätsommerpflege ist Thema der Praxisdemonstration im Juli, und im September findet der Jahresausflug statt. Im Oktober veranstalten die Imker ihre Herbstversammlung, mit Weiterbildung für die Imker. Dann mit dem Thema: "Vom Altwachs zur Kerze".

Bei der Hauptversammlung im Gasthaus "Kaiser" in Boll hat Wilfried Minak sein profundes Wissen über die richtige Honiggewinnung und -verarbeitung weitergegeben, in der Hoffnung, dass in diesem Jahr, nach zwei Jahren ohne Ertrag, der Stoßseufzer eines Hechinger Imkers erhört werde: "Ich würde so gerne einmal wieder Blütenhonig ernten."