Stein Das Gotteshaus hat schon viel erlebt

Eine Fotoausstellung im Pfarrzentrum erinnerte an die Geschichte der St. Markuskirche und wurde von Kaplan Georg Seelmann (links) und Gerd Schollian interessiert begutachtet.
Eine Fotoausstellung im Pfarrzentrum erinnerte an die Geschichte der St. Markuskirche und wurde von Kaplan Georg Seelmann (links) und Gerd Schollian interessiert begutachtet. © Foto: Diana Maute
Stein / Diana Maute 18.06.2018

Gemeinsam mit den Pfarreien Sickingen und Bechtoldsweiler, die einst Filialkirchen der Pfarrei in Stein waren, beging die Pfarrgemeinde St. Markus am Sonntag ihr 185-jähriges Kirchweihfest. Eröffnet wurde der Tag mit einer Heiligen Messe, die von Kaplan Georg Seelmann zelebriert und von Organistin Anneliese Schmid klangvoll umrahmt wurde. „Die Kirche ist erbauet, auf Jesus Christ allein. Wenn sie auf ihn nur schauet, wird sie im Frieden sein“, heißt es in einem bekannten Kirchenlied, das neben vielen weiteren Liedern passend zum Kirchweihjubiläum im Gottesdienst erklang.

Kaplan Seelmann erinnerte an den Weihetag der im klassizistischen Stil gehaltenen St. Markuskirche, die ab 1831 erbaut wurde. Am 24. Juni 1833 erfolgte die Weihe durch den damaligen Freiburger Erzbischof Hermann von Vicari. Die Weihen in Sickingen und Bechtoldsweiler schlossen sich wenige Tage später an.

Gebete im Grenzgebiet

„Das Kirchweihjubiläum lenkt den Blick auf das, was man sieht, eine Kirche, die aus Stein erbaut ist“, unterstrich der Geistliche. Das Entscheidende sei aber das, was man nicht sehen könne: „All die Menschen, die sich seither in dieser Kirche versammelt haben um zu beten, aber vor allem auch um zu spüren, dass Gott sich ihnen zugewandt hat.“

In seiner Predigt ging Kaplan Seelmann darauf ein, was es heißt, sich im Grenzgebiet zu bewegen, in das sich im 16. Kapitel des Matthäusevangeliums auch Jesus mit seinen Jüngern begibt. Denn genau in diesem Gebiet, das weit weg sei von der „Komfortzone“, würden sich die spannendsten Fragen auftun. „Für wen haltet ihr mich?“, frage Jesus hier seine Jünger. Und Simon Petrus sei der erste, dem es gelinge, seinen Glauben in Worte zu fassen: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“, laute seine Antwort. „Ich glaube, es ist kein Zufall, dass das im Grenzgebiet geschieht, dass diese Frage dort gestellt wird, wo nicht alles selbstverständlich ist“, unterstrich der Kaplan. Denn Gott sei bereit, ins Zwielicht zu gehen, wo er bei den Menschen sei. Das könne Mut machen, an Grenzen zu gehen und den eigenen Glauben in eigene Worte zu fassen.

Gebetet wurde in der Festmesse nicht nur für die lebenden und verstorbenen Mitglieder der Gemeinde, sondern auch für all die Menschen, die sich ganz konkret im Grenzgebiet aufhalten, auf der Flucht sind und auf ein neues Leben hoffen.

Im Anschluss an den Gottesdienst lud das Gemeindeteam zum Weißwurstfrühstück ins Pfarrzentrum. Dort hatten die Besucher auch die Gelegenheit, sich eine Fotoausstellung anzusehen, die die Geschichte der St. Markuskirche, einem bedeutenden Kulturerbe in Stein, in den Blick nahm. Pfarrgemeinderätin Roswitha Oesterle und ihr Team hatten das Archiv durchforstet und dabei viele Bilder und Dokumente entdeckt, die vergangene Ereignisse dokumentieren.

Erinnert wurde damit nicht nur an die Kirchweihe 1833, sondern auch an sämtliche Bau- und Instandsetzungsarbeiten der jüngeren Vergangenheit. Ob Innen- und Außenrenovierungen, Einbau von Chor und neuer Orgel, Glockenweihe oder das „Kripple“ an Weihnachten – das Gotteshaus hat schon viel erlebt und stets fanden sich Menschen, die sich um seinen Erhalt bemüht haben und es mit Leben füllten. Dass dies auch in Zukunft so bleiben möge, ist die Hoffnung der Gemeindemitglieder.

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