Rangendingen Das ganze Publikum hüpft mit

Rangendingen / CHRISTOPH SCHODER 10.06.2013
Ein fulminantes Konzert bildete den Auftakt der Feierlichkeiten des Sängerbunds in dessen Jubiläumsjahr. 170 Jahre alt ist diese Institution der Rangendinger Vereinsgemeinschaft geworden.

Den Anforderungen der modernen Zeit gewachsen zeigte sich der Gemischte Chor des Sängerbunds zum Auftkat des Jubiläumskonzerts mit den Stücken "Guten Abend, Hallo" und "Im Wagen vor mir". Mit der Aufführung des Liedes "Verdammt, ich lieb dich" von Matthias Reim hatten sich die Sängerinnen und Sänger endgültig in die Herzen des Publikums gesungen.

Danach versuchten sie sich an Deutschlands populärstem Musical: Tarzan. Die anspruchsvolle Musik und die Liedtexte stammen aus der Feder von Phil Collins. Auch die Herausforderungen dieser äußerst komplexen rhythmischen Chorliteratur meisterte das Ensemble bravourös.

Begeisterungsstürme löste anschließend der Schülerchor mit seinem gerappten Gaunerrhythmical aus. Danach entführten die jungen Sängerinnen und Sänger die Zuhörer in das Zwielicht der "Bar zum dicken Hund", wo sie über die kriminellen Machenschaften der Besucher berichteten. Mit der "Krimizeit" ging es dann wieder vor den Fernseher und das heimische Sofa: Tatort gucken.

Das nächste Stück begann mit dem Versprechen, alle Anwesenden mit einem Alibi für die Tatzeit zu versorgen: Der "Alibi-Song". Auch Einbrecher haben es zwischenzeitlich schwer, Arbeit zu finden, das wussten die Sängerinnen und Sänger des Schülerchores mit der Geschichte des "Einbrecher Max" und dem Lied "Blaulicht" zu berichten. Immer wieder waren die Stücke mit kurzen Soli durchsetzt, so, dass die Nachwuchssänger wirkungsvoll aus der Masse des Gesamtchores heraustreten konnten. Eine gute Übung für die Stärkung des Selbstbewusstseins im späteren Chorgesang.

"Es ist nicht immer leicht, ich zu sein." Eine Erkenntnis, die jeden zuweilen trifft. Das stellten auch die Mitglieder des Jungen Chors "Voice Mrs" bei ihrem Auftritt und dem Song der "Wise Guys"gleich zum Auftakt fest. Ihm folgte das Stück "Ich hab geträumt, ich hätte dich geküsst".

Die Lieder "Halleluja" von Leonard Cohen, "Lemon Tree" von Fools Garden, "You raise me up" von Josh Groban und "Just the two of us" von Adele wurden von dem Chor so einfühlsam und authentisch vorgetragen, dass sich zahlreiche Zuhörer dabei ertappten, leise mitzusingen.

Bei Van Halens Song "Jump" hielt es dann fast keinen im Publikum mehr auf seinem Platz.

Den Höhepunkt des Abends bildete die Perfomance des Stückes "Africa" von Toto. Das Intro bildete ein musikalisches Experiment, bei denen die Interpreten einen plötzlichen Gewitterschauer in der Serengeti nachempfanden. Dieser beginnt mit einem sanften Reiben der Hände, setzt sich fort übers Fingerschnippsen und Schenkelklopfen und endet in einem Donnergrollen, das durch einen Sprung der Sänger auf der Bühne ausgelöst wird.

Genau mit diesem Klangexperiment wurde das gesamte Auditorium mit ins Geschehen eingebunden. Selbst die Honoratioren ließen es sich nicht nehmen, bei der Darstellung des Donners begeistert mitzuhüpfen.

Chorleiter Michael Binder hat seinen Chöre auch bei diesem begeisternden Jubiläumskonzert wieder musikalische Höchstleistungen abgerungen. Überzeugende Solisten waren Simone Kalmbach, Jessica Sick und Armin Glatz.